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Appetitlosigkeit

Stand: 29. Dezember 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Appetitlosigkeit: Definition

Appetitlosigkeit bezeichnet einen Mangel an Hungergefühl und kann sowohl körperliche als auch psychische Ursachen haben.

Guter Appetit gilt oft als Zeichen guter Gesundheit. Abgesehen von Heißhunger bei einigen Erkrankungen stimmt dies in der Regel auch. Auch gelegentlicher und kurzzeitiger Appetitmangel ist normal – wenn das Essen beispielsweise mal nicht schmeckt, verdorben ist oder Ekel hervorruft. Besonders in Stresssituationen oder bei Liebeskummer bleibt der Hunger oft auf der Strecke. Sollten Sie aber unter längerfristiger oder sogar andauernder Appetitlosigkeit leiden, kann das Zeichen einer Erkrankung sein und Sie sollten einen Arzt aufsuchen. Dieser kann dann die genaue Diagnose stellen, denn meist bestehen weitere Beschwerden, die dem Arzt Hinweise auf die Ursache des verminderten Appetits geben.

Häufig hat ein Appetitmangel psychische Ursachen und ist durch beruflichen Stress, familiäre und partnerschaftliche Probleme, in einigen Fällen auch durch schwereDepressionen bedingt. Die Bandbreite reicht von einer einfachen Unlust zu Essen bis hin zur völligen Nahrungsverweigerung bei der Magersucht (Anorexia nervosa). Vor allem alte Menschen verlieren häufig die Lust am Essen und am Trinken.

Die Therapie sollte bei Appetitlosigkeit hinsichtlich der eigentlichen Ursache erfolgen. Das heißt, liegt beispielsweise eine Magen-Darm-Erkrankung zugrunde, leitet der Arzt eine darauf abgestimmte Behandlung ein. Bei einer Magenschleimhautentzündung geschieht diese oft durch Medikamente – sogenannte Säureblocker (Protonenpumpenhemmer). Neben der Therapie mit Medikamenten sollten die Betroffenen zudem auf eine magenschonende Ernährung (nicht zu scharf, fettig oder zu viel) achten und auf Alkohol und Nikotin verzichten.

Es stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung, die den Appetit anregen und so einer Appetitlosigkeit entgegenwirken können. Die Mittel enthalten häufig den Wirkstoff Ketotifen oder auch Gestagene (Megestrolacetat, Medroxyprogesteronacetat).

Darüber hinaus wird verschiedenen pflanzlichen Mitteln (z.B. Rinde des Condurango-Baums) eine appetitsteigernde Wirkung zugeschrieben. Einige andere gelten als fördernd für den Speichelfluss und die Magensaftsekretion. Diese sind zum Teil als Tees, Säfte oder Kapseln erhältlich.

Falls eine Krebserkrankung die Appetitlosigkeit verursacht hat, ist je nach Tumor und Stadium eine gezielte Therapie (z.B. Operation, Chemo-, Strahlentherapie) erforderlich.

Weiterlesen: Appetitlosigkeit: Ursachen

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