Analbeschwerden (Afterbeschwerden): Diagnose

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (26. Juli 2016)

Bei Analbeschwerden ist eine genaue Diagnose wichtig – denn auch, wenn bösartige oder schwerwiegende Erkrankungen selten die Ursache sind, muss der Arzt diese trotzdem ausschließen und herausfinden, was hinter den Symptomen steckt.

Suchen Sie daher bei Beschwerden einen Arzt auf und besprechen Sie mit ihm Ihre Beschwerden – auch, wenn das Thema sehr intim ist.

Der Arzt wird zunächst einige Fragen zu den Analbeschwerden stellen. Das gibt ihm schon wichtige Hinweise auf die Ursachen. Hierbei fragt er zum Beispiel:
  • Schmerzt der After?
  • Nässt der Analbereich?
  • Juckt es auch?
  • Haben Sie bemerkt, ob Blut aus dem After austritt?
  • Wann sind die Afterbeschwerden zum ersten Mal aufgetreten?
  • Haben Sie oft Verstopfung oder Durchfall?
  • Haben Sie Hämorrhoiden oder sind andere (Vor-)Erkrankungen bekannt?

Bei der anschließenden körperlichen Untersuchung schaut sich der Arzt den Anus genau an. Er prüft zunächst, ob bereits mit bloßem Auge erkennbare Hämorrhoiden, Schleimhautrisse oder eine Entzündung vorliegen. Durch eine rektale Untersuchung kann der Arzt mit dem Finger (digital-rektale Untersuchung, DRU) Veränderungen im Anus, zum Beispiel Hämorrhoiden oder einen Tumor, ertasten. Mit einem Spiegelinstrument, dem Proktoskop, schaut er dann tiefer in den Analkanal hinein.

Je nach Verdacht sind weitere Untersuchungen notwendig, um die Ursache der Analbeschwerden zu ermitteln und die Diagnose zu sichern. Dazu zählen zum Beispiel eine Rektoskopie (Endoskopie des Mastdarms) oder eine Darmspiegelung (Koloskopie). Mit der Darmspiegelung kann der Arzt tiefere Darmabschnitte einsehen als mit der Proktoskopie. Besteht der Verdacht, dass eine allergische Reaktion die Afterbeschwerden verursacht hat, kann der Arzt auch einen Allergietest anordnen, um das auslösende Allergen ausfindig zu machen. In manchen Fällen ist auch eine Ultraschalluntersuchung (Sonographie) des Schließmuskels sinnvoll.

Welcher Arzt bei Afterbeschwerden?

Sprechen Sie zunächst mit Ihrem Hausarzt, gegebenenfalls verweist er Sie an einen spezialisierten Kollegen. Der Facharzt bei Analbeschwerden kann ein Proktologe oder ein Gasteroenterologe sein: Ein Proktologe untersucht den Anus und behandelt Erkrankungen des Enddarms. Der Gasteroenterologe ist ein Facharzt für Innere Medizin, der sich auf Magen-Darm-Erkrankungen spezialisiert hat und sich somit auch mit Enddarmerkrankungen befasst.

Bei Analbeschwerden in der Schwangerschaft sprechen Sie mit Ihrem Frauenarzt – die Beschwerden können durch die hormonelle Umstellung, veränderte Ernährungsgewohnheiten und zu wenig Bewegung entstehen.


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