Anzeige

Anzeige

Strahlenbelastung durch Uhren

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (23. November 2007)

© Jupiterimages/Photos.com

Strahlenbelastung durch Uhren war vor allem in den 1950er und 1960er Jahren ein Problem. Zu diesem Zeitpunkt wurden viele technische Produkte mit radioaktiven Strahlungsquellen aus Unwissenheit über mögliche Folgeschäden vermarktet.

Um die Ziffernblätter von Uhren auch im Dunkeln ablesen zu können, wurden bereits in den 1920ern strahlende Radioisotope verwendet, um lumineszierende Effekte hervorzurufen. Als Lumineszenz bezeichnet man Leuchterscheinungen, bei denen Licht nach einer Anregung (Energieabsorption) sofort (Fluoreszenz) oder mit Verzögerung (Phosphoreszenz) zum Beispiel durch Bestrahlen mit sichtbarem oder ultraviolettem Licht (Photolumineszenz) oder mit ionisierender Strahlung (Radiolumineszenz) ausgesendet wird. Auch chemische Vorgänge können eine Ursache von Lumineszenz sein (Chemilumineszenz).

Lumineszierende Farben wurden durch das radioaktive Radium-226 auf den Zifferblättern von Armbanduhren, Weckern, Kompassen und Flugzeuginstrumenten zum Leuchten angeregt. Das hatte für die Träger der Uhren eine effektive Dosis von etwa 0,01 Millisievert pro Jahr zur Folge. Allerdings kam es im dem Hautbereich, über dem die Uhren getragen wurden, zu einer höheren Dosis. Weit bedenklicher als für die Uhrenträger waren die radioaktiven Leuchtzifferblätter jedoch für die Angestellten in den Uhrenwerken, welche mit der radioaktiven Leuchtfarbe in direkten Kontakt kamen und mit offenen Strahlungsquellen zu tun hatten. Um die leuchtenden Punkte auf die Ziffernblätter zu bekommen, wurden die zumeist weiblichen Arbeitskräfte häufig angewiesen, die Pinselspitzen, mit denen die radioaktive Leuchtfarbe aufgetragen wurde, mit den Lippen zu befeuchten. Hier bestand die Gefahr, dass radioaktives Material über die Atemwege oder den Verdauungstrakt vom Körper aufgenommen wurde. Krebserkrankungen waren Jahre später oft die Folge. Inzwischen werden Uhren mit radiumhaltigen Leuchtzifferblättern nicht mehr hergestellt.

Tritium

Viele Leuchtzifferblätter enthalten heutzutage Tritium als Bestandteil der Leuchtfarbe. Dieses leicht flüchtige Gas gibt niederenergetische Betastrahlung ab, die jedoch von der Farbe sowie dem Uhrengehäuse und Uhrenglas absorbiert wird. Zu einem gewissen Anteil kann das Gas jedoch durch das Uhrengehäuse diffundieren und zu einer effektiven Jahresdosis von unter 0,02 Millisievert führen.

In neueren Uhren werden kleinste Glasröhrchen eingesetzt, die innen mit Leuchtfarbe beschichtet sind und Tritiumgas enthalten. Die Wand der Röhrchen lässt 1000-fach weniger Tritium durch als das Uhrengehäuse und führt zu einer effektiven Jahresdosis, die unterhalb von 0,001 Millisievert liegt.

Wer Uhren mit tritiumhaltigen Leuchtzifferblättern trägt, muss keine Angst um seine Gesundheit haben. Die vom Körper aufgenommene Strahlung ist extrem gering. Zum Vergleich: Die durchschnittliche jährliche natürliche Strahlenbelastung beträgt 2,1 Millisievert.

Da auch einige Halbleiter die Eigenschaft haben, nach einer Bestrahlung mit sichtbarem Licht viele Stunden im Dunkeln nachzuleuchten, verwenden viele Uhrenhersteller mittlerweile anstelle des Tritiums Materialien wie zum Beispiel phosphorisierende Leuchtsalze.


Apotheken-Notdienst

Anzeige