Strahlenbelastung durch Rauchen: Strahlenbelastung

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (17. Februar 2011)

Tabakrauchen ist mit einer erhöhten Strahlenbelastung verbunden. Die im Tabak enthaltenen radioaktiven Elemente entstehen vor allem im Rahmen der natürlichen Zerfallsreihen der Elemente Uran 238, Uran 235 und Thorium 232. Besonders gefährlich ist hierbei das Polonium-210 (aus der Zerfallsreihe von Uran 238), welches aus dem Edelgas Radon entsteht. Polonium-210 wiederum zerfällt zu Blei (Pb 210).

Die in Zigaretten enthaltenden radioaktiven Stoffe wie etwa das Polonium-210 gelangen direkt in die Atemwege und lagern sich dort im Lungengewebe ab. Die entstehende radioaktive Strahlenbelastung kann die Zellen schädigen und erhöht die Wahrscheinlichkeit, an Lungenkrebs zu erkranken.

Man sieht verknotete Zigaretten in einem Aschenbecher. © Jupiterimages/iStockphoto

Wer raucht, setzt sich einer erhöhten Strahlenbelastung aus.

Aber wie gelangen Gase wie Radon beziehungsweise daraus entstehende Substanzen wie Polonium in den Tabakrauch? Die Zerfallsprodukte des natürlich vorkommenden Gases Radon geraten über Staubpartikel in der Luft auf die Tabakpflanzen. Die großen behaarten Blätter der Tabakpflanze und die dichte Bepflanzung auf den Tabakfeldern ermöglichen, dass die Partikel besonders gut haften bleiben. Auch im Erdboden können sich Spuren radioaktiver Elemente in unterschiedlichen Konzentrationen befinden. Wer den Tabak inhaliert, nimmt die giftigen Substanzen direkt in die Lunge auf. Die höchste Strahlenbelastung entsteht dabei durch das Zerfallsprodukt Polonium-210.

Polonium-210 ist ein silberfarbenes, radioaktives Metall und ein Zerfallsprodukt des radioaktiven Edelgases Radon, welches ständig in der Natur vorkommt. Es ist hochgiftig und krebserregend. Schon Mengen von 0,1 Mikrogramm Polonium-210 können – inhaliert, über kleine Wunden oder oral aufgenommen – im Laufe weniger Tage zum Tode führen.

In einer einzelnen Zigarette befinden sich im inhalierten Rauch (sog. Hauptstromrauch) durchschnittlich etwa 0,03 bis 1 Mikrogramm Polonium-210 pro Kubikmeter. Aber nicht nur für den Raucher, auch für den Passivraucher kann Polonium eine Gefahr für die Gesundheit darstellen: Im Hauptstromrauch sind lediglich 10 Prozent der radioaktiven Elemente enthalten, während sich etwa 30 Prozent im sogenannten Nebenstrom befinden. Der Nebenstrom ist der Rauch, der während der Zugpausen in die Umgebungsluft übergeht und auch von Passivrauchern aufgenommen wird. Weitere 40 Prozent der schädlichen Stoffe verbleiben im Zigarettenstummel, der Rest ist Teil der Asche.



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