Handystrahlung: Was tun gegen die Strahlenbelastung?

Veröffentlicht von: Astrid Clasen (26. Juni 2015)

Weil nicht 100-prozentig auszuschließen ist, dass von Handystrahlung ein Gesundheitsrisiko ausgehen kann, gilt ein vorbeugender Schutz vor Strahlenbelastung weiterhin als empfehlenswert. Strahlenschutz bedeutet vor allem, nur möglichst schwache elektromagnetische Felder zu erzeugen und sich elektromagnetischen Feldern so wenig wie möglich auszusetzen. Um Ersteres zu erreichen, sind vor allem die Hersteller gefragt. Daneben kann aber jeder selbst einiges tun, um sein eventuelles Gesundheitsrisiko durch Strahlenbelastungen möglichst gering zu halten:

  • Verwenden Sie Handys, Notebooks, Tablets und andere mobile Geräte so wenig und kurz wie möglich. Wenn Sie also die Wahl zwischen Festnetz und Handy haben, entscheiden Sie sich für das Festnetz!
  • Gewöhnen Sie sich an, die Geräte zu Hause auch mal ganz auszuschalten (z.B. nachts).
  • Achten Sie beim Handykauf auf den SAR-Wert des Geräts: Je geringer der SAR-Wert, desto geringer die Auswirkungen der Handystrahlung.
  • Tauschen Sie ältere Mobilfunkgeräte, die im GSM-Standard senden, bei Gelegenheit gegen neuere Modelle mit UMTS-Standard oder LTE-Standard aus: Beide geben beim Verbindungsaufbau weniger Strahlung ab.
  • Wenn Sie mobil telefonieren, dann möglichst nur bei gutem Empfang: Je schlechter der Empfang, desto höher die nötige Leistung – und desto stärker das elektromagnetische Feld (also lieber unter freiem Himmel telefonieren statt im Auto oder in einem Gebäude).
  • Nutzen Sie beim mobilen Telefonieren die Freisprechfunktion oder ein Head-Set, um das Handy nicht an den Kopf halten zu müssen: je größer der Abstand zur Handyantenne, desto geringer die Strahlenbelastung.
  • Statt zu telefonieren, können Sie auch schriftliche Nachrichten senden, um das Handy nicht an den Kopf halten zu müssen.
  • Verzichten Sie zu Hause auf schnurlose DECT-Telefone und statten Sie sich besser mit einem schnurgebundenen, analogen Telefonsystem aus – vor allem, wenn das Gerät in der Nähe eines Kinderzimmers steht.
  • Beachten Sie als Eltern: Je jünger Ihr Kind ist, umso weniger sollte es mit elektromagnetischen Feldern (z.B. durch Mobilfunktelefone und Laptops) in Kontakt kommen. Sie können beispielsweise Datenverbindungen über Mobilfunk deaktivieren, damit Ihr Kind telefonisch erreichbar, aber offline ist. Für Online-Spiele gilt: besser nur über WLAN-Verbindungen und zeitlich begrenzt.
Mit diesen einfachen Maßnahmen können Sie Ihre individuelle Belastung durch Handystrahlung deutlich senken, ohne auf mobiles Telefonieren und Surfen mit all seinen Vorteilen verzichten zu müssen.

Die Strahlenbelastung für den Körper zu senken ist nicht der einzige wichtige Grund für einen verantwortungsvollen Umgang mit Mobilfunkgeräten: Handystrahlung kann auch medizinische elektrische Geräte stören – darum ein paar weitere Tipps für ...

  • Menschen mit eingepflanzten Herzschrittmachern: Solange das Handy betriebsbereit ist (also auch im Standby-Betrieb), sollten Sie immer mehr als 20 Zentimeter Abstand zum Schrittmacher einhalten (tragen Sie Ihr Handy also z.B. nicht in der Brusttasche).
  • Träger von Hörgeräten: Handystrahlung kann Störgeräusche verursachen – halten Sie sich also von Handys fern und schalten Sie, wenn Sie selbst mobil telefonieren möchten, Ihr Hörgerät aus.
  • Menschen im Krankenhaus: Befolgen Sie eventuelle Mobilfunkverbote. Halten Sie dort, wo die Handynutzung erlaubt ist, genügend Abstand zu empfindlichen medizintechnischen Elektrogeräten, um Störungen durch die Handystrahlung zu vermeiden.


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