Handystrahlung: Was ist das?

Veröffentlicht von: Astrid Clasen (26. Juni 2015)

Jeden Tag übertragen wir mit unseren Handys (und anderen mobilen Geräten) über große Entfernungen Unmengen an Sprache und Daten. Dass dies praktisch überall möglich ist, verdanken wir der Mobilfunktechnologie, die sich dazu bestimmte elektromagnetische Wellen zunutze macht.

Entsprechend sind elektromagnetische Felder, die bei der Ausbreitung elektromagnetischer Wellen entstehen, allgegenwärtig: Neben der Handystrahlung sind für diesen sogenannten "Elektrosmog" auch Schnurlostelefone, Babyphones, elektrische Geräte (z.B. Haushaltsgeräte), Stromleitungen und Hochspannungsleitungen verantwortlich. Elektromagnetische Wellen sind aber nicht nur künstlichen Ursprungs, sondern entstehen auch natürlich – man denke zum Beispiel an die Sonnenstrahlung (= elektromagnetische Strahlung) und ans Erdmagnetfeld.

Die Gesamtheit aller elektromagnetischen Wellen (bzw. Strahlung) heißt elektromagnetisches Spektrum. Alle elektromagnetischen Wellen – also auch die Handystrahlung – breiten sich im luftleeren Raum mit derselben Geschwindigkeit (sog. Lichtgeschwindigkeit) aus, unterscheiden sich jedoch in ihrer:

  • Wellenlänge – also der Länge einer Schwingung in Metern (m) – und
  • Frequenz – also der Anzahl Schwingungen pro Sekunde, angegeben in Hertz (Hz).

Je kürzer eine elektromagnetische Welle ist, desto häufiger muss sie demnach schwingen, um sich ebenso schnell auszubreiten wie eine lange Welle. Nach der Wellenlänge beziehungsweise Frequenz unterteilt man das elektromagnetische Spektrum in verschiedene Bereiche (wobei die Handystrahlung zum letzten Bereich gehört):

  • statische elektrische und magnetische Felder mit einer Frequenz von null Hertz bei unendlicher Wellenlänge (wie das Magnetfeld der Erde)
  • Niederfrequenzbereich mit Frequenzen bis etwa 100 Kilohertz (wie die Netzfrequenz im Stromnetz)
  • Hochfrequenzbereich mit Frequenzen von rund 100 Kilohertz bis 300 Gigahertz – dieser reicht von Radiowellen über Mikrowellen und Licht bis hin zur Gammastrahlung (Mikrowellen nutzt der Mensch z.B. für Mobilfunk, WLAN und schnurlose Telefone)

Schematische Darstellung des elektromagnetischen Spektrums. © iStock

Die Mobilfunktechnologie nutzt zur Sprach- und Datenübertragung hochfrequente elektromagnetische Wellen aus dem Mikrowellenbereich.

Die Mobilfunktechnologie bedient sich also hochfrequenter elektromagnetischer Wellen, deren Länge im Dezimeter- und Zentimeterbereich liegt. Diese Werte sagen aber nichts über die Intensität der Handystrahlung aus: Hierzu ist es zunächst nötig, die Stärke des elektromagnetischen Feldes zu ermitteln. Diese lässt sich auf verschiedene Weise angeben:

  • als elektrische Feldstärke – angegeben in Volt pro Meter (V/m),
  • als magnetische Feldstärke – angegeben in Ampere pro Meter (A/m) oder
  • als Produkt aus elektrischer und magnetischer Feldstärke (sog. Leistungsdichte) – angegeben in Watt pro Quadratmeter (W/m2).

Allgemein gilt für die Stärke der Handystrahlung: Je weiter man vom Handy entfernt ist, desto schwächer ist das hiervon ausgehende elektromagnetische Feld und damit auch die Strahlenbelastung. Gleiches gilt für Mobilfunksendeanlagen. Allerdings reicht der Abstand alleine nicht aus, um die Feldstärke zu bestimmen, weil viele weitere Faktoren daran beteiligt sind: So können beispielsweise Gebäude, die einer elektromagnetischen Welle im Weg stehen, diese zurückwerfen, ablenken oder vollständig "schlucken". Zudem senden Antennen nicht gleichmäßig in alle Richtungen, sodass die Strahlenbelastung an verschiedenen Stellen um einen Sender herum trotz gleichen Abstands vom Sender unterschiedlich stark sein kann.



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