Muskelkater: Was tun?

Veröffentlicht von: Wiebke Raue

© Jupiterimages/Wavebreak Media

Beim Umzug Möbel geschleppt oder beim Sport übertrieben – und schon melden sich Muskelgruppen, die man noch nie zuvor gespürt hat. Muskelkater hat wohl jeder schon mal gehabt. Doch was tun, um den Kater zu vertreiben?

Nach ungewohnter oder stark belastender körperlicher Aktivität können kleinste Verletzungen in den Muskelfasern entstehen – sogenannte Mikroverletzungen. Sie sorgen für die typischen Schmerzen beim Muskelkater. Unsere Tipps zeigen Ihnen, was Sie dagegen tun können!

Tipp 1: Schonen Sie die Muskeln!

Den Muskelkater durch weitere Bewegung "wegtrainieren"? Keine gute Idee. Geben Sie Ihren Muskeln die Zeit, sich wieder zu regenerieren. Treiben Sie am besten erst mal keinen oder nur leichten Sport, bis die Schmerzen verschwunden sind.

Was Sie tun können, wenn Sie auf körperliche Aktivität nicht verzichten wollen: Lassen Sie es locker angehen und vermeiden Sie Kraftbelastungen! Wer es übertreibt, riskiert, dass sich die kleinen Muskelverletzungen noch verschlimmern. Zu empfehlen sind zum Beispiel ruhige Bewegungen im Wasser oder auch lockeres Fahrradfahren.

Sie können zudem versuchen, den Bewegungsschmerz durch vorsichtiges, passives Dehnen abzuschwächen.

Tipp 2: Wärme lindert!

Wärme fördert die Durchblutung und beschleunigt den Heilungsprozess der geschädigten Muskelgruppen.

Ein heißes Bad mit Zusätzen wie Fichtennadel oder Rosmarin kann bei Muskelkater sehr wohltuend sein. Aber auch ein Besuch in der Sauna kann Linderung verschaffen.

Tipp 3: Keine Massage!

Eine wohltuende Massage gegen den Muskelkater? Lieber nicht!

Eine Massage führt nur zu weiteren Irritationen der beanspruchten Muskelgruppe – der Muskelkater kann sich dadurch sogar noch verstärken.

Tipp 4: Medikamente

Was tun, wenn der Schmerz sehr stark ist? Meist sind Schmerzmittel bei Muskelkater zwar nicht notwendig. Ist der Muskelkater jedoch sehr schmerzhaft, können Sie auf leichte Schmerzmittel zurückgreifen – zum Beispiel in Form von Tabletten, Salben oder Gels.

Tipp 5: Abwarten

Die gute Nachricht: Muskelkater verschwindet normalerweise auch ohne Therapie nach spätestens einer Woche!

Tipp 6: Muskelkater gar nicht erst entstehen lassen

Beugen Sie vor! Was Sie tun können, um die Wahrscheinlichkeit für Muskelkater zu senken:

  • Gehen Sie es langsam an! Steigern Sie Ihr Trainingspensum nur in kleinen Schritten und übertreiben Sie es nicht – vor allem, wenn Sie noch ungeübt sind. Dadurch geben Sie Ihrer Muskulatur Zeit, sich neuen Gegebenheiten anzupassen! Ihr Programm sollte immer zu Ihrem aktuellen Trainingsstand passen!
  • Vorsicht bei schlechter Fitness oder Übermüdung: Wenn Sie nicht in Form sind, sollten Sie ruhig einen Gang zurückschalten.
  • Nach dem Sport ein kühles Bad: Untersuchungen weisen darauf hin, dass ein kühles Vollbad (10 bis 15 Grad Celsius) nach dem Sport dem Muskelkater vorbeugen könnte. Sportler, die nach der körperlichen Aktivität für 5-24 Minuten ein kaltes Bad nahmen, hatten deutlich weniger Muskelbeschwerden als Personen, die auf das Bad verzichteten und nichts zur Vorbeugung unternahmen.

Wer gerade erst Muskelkater hatte, ist in der entsprechenden Muskelgruppe zumindest für kurze Zeit vor einem erneuten Kater geschützt.

Übrigens: Entgegen vieler Behauptungen gibt es keine Hinweise darauf, dass Dehnen vor oder nach dem Sport einem Muskelkater vorbeugt! Auch die prophylaktische Einnahme von Antioxidantien wie Vitamin C und E ist wissenschaftlich nicht belegt.



Apotheken-Notdienst