Laufschuhe

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (07. April 2014)

© Jupiterimages/Stockbyte

Gute Laufschuhe sind für jeden Läufer wichtig. Denn wer mit Laufschuhen unterwegs ist, die nicht richtig passen beziehungsweise die natürliche Laufbewegung stören, kann langfristig Sehnen, Muskeln und Bänder überlasten und orthopädische Probleme an Knie- und Sprunggelenken riskieren. Wie sollten Laufschuhe beschaffen sein, damit dies beim Jogging nicht passiert?

Zuerst einmal schützen Laufschuhe den Fuß: Und der ist – wie so vieles am Menschen – ein Wunderwerk der Natur: Er besteht aus 26 Knochen, 19 Muskeln und 107 Sehnen. Bei jedem Laufschritt muss dieses System – abhängig von Untergrund und Schnelligkeit – bis zum dreifachen des Körpergewichts aushalten.

Bei einem 80 Kilogramm schweren Mann kommen da bei jedem Schritt schnell 200 Kilogramm zusammen. Aber das eigentliche Wunder besteht darin, dass der Körper selbst in der Lage ist, diese hohen Kräfte abzufedern, ohne dass die Knochen dabei brechen –und das auch ohne Laufschuhe. Dafür sorgt ein natürliches Stoßdämpfersystem des Organismus: Es besteht aus Bändern, Muskeln und Sehnen.

Dieses Dämpfungssystem fängt die hohen Kräfte beim Aufprall des Fußes völlig ausreichend ab – solange man auf einem relativ weichen Untergrund läuft, beispielsweise auf einem Waldboden oder einer Wiese. Für einen harten Untergrund wie etwa Asphalt ist der körperliche Aufprallschutz auf Dauer nicht geschaffen. Nach einem fünf Kilometer Barfußlauf auf Asphalt würden die meisten Läufer das spüren: Füße und Knie beginnen zu schmerzen, sodass ab einem bestimmten Zeitpunkt das Weiterlaufen unmöglich wäre. Und hier kommen die Laufschuhe ins Spiel.

Laufschuhe dienen beim Jogging in erster Linie dem Zweck, den Aufprall auf hartem Untergrund zu dämpfen. Allerdings sollen Laufschuhe lediglich die Härte-Differenz zwischen hartem und weichem Untergrund ausgleichen. Mehr Dämpfung ist nicht nötig – im Gegenteil. Eine zu starke Dämpfung durch die Laufschuhe unterfordert beim Jogging die natürlichen Stoßdämpfer: Muskeln, Bänder und Sehnen werden zu wenig beansprucht und in ihrer Funktion geschwächt. Die Folge: Der Fuß verliert mit der Zeit Stabilität – dies begünstigt Verletzungen, zum Beispiel durch häufiges Umknicken.

Man sieht einen Fuß in einem Joggingschuh. © Jupiterimages/Brand X Pictures

Laufschuhe unterstützen beim Jogging das natürliche Dämpfungssystem des Körpers

Zu viel Dämpfung ist also nicht ratsam. Was für die Dämpfungsfunktion gilt, trifft auch auf andere Funktionen der Laufschuhe wie Stabilisierung und Bewegungsführung zu. Bis vor einiger Zeit gingen Forscher davon aus, dass Laufschuhe, die den Fuß beim Jogging sehr stützen und die Bewegung gut führen, die Entstehung von Laufverletzungen verhindern. Die Schuhindustrie produzierte daraufhin Laufschuhe mit verstärkter Dämpfung, besonderer Stabilisierung und extremer Bewegungsführung.

Die Realität zeigte bald, dass trotz dieses vermeintlichen Fortschritts der Laufschuhe die Zahl der Verletzungen nicht rückläufig war. Heute weiß man: Die gleichbleibenden Verletzungszahlen gehen in erster Linie auf die fehlerhafte Lauftechnik der Läufer zurück und weniger auf die Unterschiede im Aufbau der Laufschuhe.

Laufschuhe, die beim Jogging ausgesprochen stark dämpfen beziehungsweise besonders stabil sind, eignen sich nur für die wenigsten Läufer. Sinnvoll sind solche Laufschuhe beispielsweise bei Menschen mit extremen orthopädischen Besonderheiten, wie beispielsweise einem versteiften Zeh oder einer sehr ausgeprägten Fußfehlstellung. Zu den Fußfehlstellungen zählen etwa Platt-, Senk- oder Spreizfüße.



Apotheken-Notdienst