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Diabetes und Sport

Veröffentlicht von: Till Hansmeier (28. Januar 2010)

Wie Sie Blutzuckerschwankungen vermeiden können

Eine Unterzuckerung (Hypoglykämie) lässt sich vermeiden, indem Sie

  • weniger Insulin spritzen,
  • mehr Kohlenhydrate zu sich nehmen,
  • weniger Insulin zuführen und mehr Kohlenhydrate essen.

Dabei gibt es für die Kombination aus Diabetes und Sport kein allgemeingültiges Rezept – jeder Diabetiker muss seinen eigenen Weg finden. Unterstützung für die Suche nach dem richtigen Weg sollten Sie sich bei Ihrem Arzt holen. Einige Ärzte bieten auch sogenannte Arzt-Patienten-Seminare an. Sie informieren über die richtige Insulin-Einstellung beim Sport. Außerdem finden Sie in vielen Sportvereinen Sportgruppen für Diabetiker.

Trotzdem gibt es ein paar allgemeine Regeln, die bei Diabetes und Sport gültig sind:

  • Wer eine kurze Sporteinheit bis zu einer Stunden einlegen möchte, kann den absinkenden Blutzuckerspiegel durch zusätzliche Kohlenhydrate ausgleichen. Dabei ist die Menge der Kohlenhydrate von Art und Intensität der Belastung abhängig. Als Faustregel gilt: pro 30 Minuten Bewegung, ein bis zwei Broteinheiten (BE) mehr. Eine Broteinheit steckt beispielsweise in einer halben Banane, einer Kiwi oder einem Glas Milch. Bei einer längeren Belastung, zum Beispiel einem Spaziergang von zwei Stunden, können Sie zusätzlich die Dosis des Mahlzeit-Insulins senken – je nach Anstrengung um 30 bis 50 Prozent.
  • Wer für den nächsten Tag eine längere Radtour oder Wanderung plant, sollte auch die Dosis des Basalinsulins um bis zu 50 Prozent senken. Basalinsulin deckt den grundlegenden Insulinbedarfs des Körpers und wird unabhängig von den Mahlzeiten gespritzt.
  • Denken Sie an den Muskelauffülleffekt: Nach einer körperlichen Belastung füllen Muskeln und Leber ihre Zuckerspeicher auf, indem sie Glukose aus dem Blut aufnehmen. Dies hat zur Folge, dass bis zu 48 Stunden nach dem Sport immer noch eine Unterzuckerung möglich ist. Prüfen Sie deswegen nach dem Training regelmäßig Ihren Blutzuckerspiegel und spritzen Sie sich eventuell weniger Insulin.
  • Blutzucker regelmäßig messen: Diese Empfehlung gilt vor allem für Diabetiker, die Sportneulinge sind. Gerade zu Beginn des Trainingsprogramms kann der Körper auf die zusätzlichen Belastungen mit starken Schwankungen des Blutzuckers reagieren. Regelmäßiges Messen hilft, die eigenen Blutzuckerreaktionen besser kennenzulernen. Kontrollieren Sie den Blutzucker dabei vor, während und nach dem Sport. Die Werte können Sie in einem Sporttagebuch dokumentieren. Sie verschaffen sich so eine bessere Übersicht und können im Laufe der Zeit die Kohlenhydrat- und Insulinzufuhr genauer abstimmen und regulieren.
Frau fährt Inliner.

Gerade zu Beginn Ihres Trainingsprogramms sollten Sie regelmäßig Ihren Blutzuckerspiegel messen.

  • Bei Anzeichen für eine Unterzuckerung gilt: Hören Sie sofort mit dem Sport auf!
  • Gehen Sie offen mit Ihrer Diabetes-Erkrankung um: Informieren Sie Ihre Begleiter, den Bademeister im Schwimmbad oder – bei Kindern und Jugendlichen – den Lehrer über die Erkrankung. Im Fall einer Unterzuckerung können diese dann gezielt helfen beziehungsweise Hilfe holen.
  • Ergibt die Blutzuckermessung vor dem Sport einen Wert über 260 mg/dl, also weit über dem Normwert von 110 mg/dl, dann gilt: Azeton-Test im Urin durchführen. Ist der Azeton-Test positiv, so besteht absolutes Sportverbot. Denn die Gefahr einer Ketoazidose ist in diesem Fall zu hoch.
  • Meiden Sie Risikosportarten: Zu den Risikosportarten zählen beispielsweise Wildwasser-Kanu, Tauchen, Extremklettern oder Drachenfliegen. Bei diesen Sportarten kann es im Fall einer Unter- oder Überzuckerung zu schweren Unfällen kommen.

Denken Sie daran, die allgemeinen Empfehlungen zu Sport bei Diabetes gegebenenfalls ihrer individuellen Stoffwechselsituation anzupassen. Denn jeder Mensch reagiert mit unterschiedlich ausgeprägten Blutzucker-Schwankungen auf körperliche Belastungen. Es empfiehlt sich daher unbedingt, vor dem Beginn des Sportprogramms mit dem behandelnden Arzt zu sprechen. Und bewahren Sie Geduld: Es braucht Zeit und etwas Erfahrung, auf die Schwankungen Ihres Blutzuckerspiegels angemessen zu reagieren. Doch der Aufwand lohnt sich! Mit mehr Sport und Bewegung leisten Sie einen wichtigen Beitrag für Ihre Gesundheit.

Bitte nur volle Jahre z. B. 28

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