Schuppenflechte: Ursachen

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion

Eine Schuppenflechte (Psoriasis) entsteht immer erst im Zusammenspiel mehrerer Ursachen.

Personen mit Schuppenflechte haben eine genetische Veranlagung für die Erkrankung. Zum Ausbruch der Schuppenflechte kommt es jedoch nur, wenn weitere auslösende Faktoren (Risikofaktoren) hinzutreten.

Haben beide Elternteile Schuppenflechte, liegt die Wahrscheinlichkeit zwischen 60 und 70 Prozent, dass ihr Kind ebenfalls eine Psoriasis entwickelt. Ist nur ein Elternteil betroffen, ist die Wahrscheinlichkeit wesentlich geringer und liegt bei etwa 30 Prozent.

Neben der genetischen Veranlagung gibt es eine Reihe von Faktoren, die als auslösende Ursachen beziehungsweise Risikofaktoren gelten und zu einem Ausbruch oder einer Verschlechterung der Schuppenflechte beitragen. Hierzu zählen beispielsweise:

  • Infektionen, v.a. der oberen Luftwege, etwa durch Streptokokken
  • bestimmte Medikamente (z.B. Betablocker, ACE-Hemmer, Lithium, Mittel gegen Malaria, Interferon)
  • äußere mechanische Reize (Druck, Verletzungen)
  • Rauchen
  • Alkoholkonsum
  • emotionaler Stress
  • hormonelle Umstellungen
  • Hautverletzungen
  • falsche Ernährung
  • klimatische Einflüsse

Im Sommer bessern sich die Symptome der Schuppenflechte häufig durch die erhöhte Sonneneinstrahlung. Sie wirkt entzündungshemmend und unterdrückt die überschießenden körpereigenen Abwehrreaktionen. Darüber hinaus beeinflussen psychische Faktoren das Krankheitsbild: Unter Stress verschlechtern sich die Beschwerden bei Schuppenflechte in der Regel.

Psoriasis am Ellenbogen (© Jeffrey Telner/OKAPIA) © Okapia

Psoriasis am Ellenbogen (© Jeffrey Telner/OKAPIA)

Mechanische Verletzungen der Haut können zu Schuppenflechte führen, wenn eine entsprechende genetische Veranlagung besteht. In diesem Fall sprechen Mediziner vom Köbner-Phänomen. Hierbei tritt die für die Psoriasis typische Schuppung an zuvor gesunden Hautstellen auf, die mechanisch gereizt wurden, also zum Beispiel entlang von Kratzspuren. Auch das Klima oder psychische Faktoren können begünstigen, dass die Schuppenflechte auftritt.

Fehlreaktion des Immunsystems

Der Schuppenflechte liegt eine Autoimmunreaktion zugrunde, bei der sich das Immunsystem gegen Zellen des eigenen Körpers richtet.

Normalerweise erneuert sich die äußerste Hautschicht, die Oberhaut (Epidermis), etwa einmal pro Monat. Der von außen sichtbare Teil der Oberhaut besteht überwiegend aus einer Hornschicht – sie wird von bestimmten Zellen gebildet, den Keranozyten.

In den untersten Schichten der Oberhaut bilden sich regelmäßig neue Keratinozyten. Innerhalb eines Monats gelangen sie an die Hautoberfläche. Dabei verhornen sie immer mehr – bis sie absterben und nahezu unmerklich als Hornschuppen abgestoßen werden.

Bei Schuppenflechte ist dieser Prozess gestört: Die Haut reagiert auf den körpereigenen Angriff des Immunsystems mit einer allgemeinen Entzündungsreaktion. Die Keranozyten teilen sich erheblich schneller als bei gesunden Menschen. Die Folge: Es entstehen zu viele überschüssige Zellen, die von der Haut nicht alle gleichzeitig abgestoßen werden können. Dies führt zu der charakteristischen Schuppenschicht. Die Haut wird dick und schuppt. Warum diese Autoimmunreaktion entsteht, ist jedoch noch nicht endgültig geklärt.

Obwohl sie nicht ansteckend ist, ist die Schuppenflechte für die Betroffenen aufgrund der oft deutlich sichtbaren Hautveränderungen mitunter psychisch sehr belastend. Heilbar ist eine Psoriasis bislang nicht – jedoch gibt es viele Möglichkeiten, um die Beschwerden dauerhaft zu lindern!



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