Schuppenflechte: Formen

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion

Auch, wenn die typischen Symptome immer ähnlich sind: Schuppenflechte (Psoriasis) kann in ganz unterschiedlichen Formen auftreten.

Ärzte unterscheiden drei Hauptformen der Psoriasis:

  • gewöhnliche Schuppenflechte (Psoriasis vulgaris)
  • Schuppenflechte mit Pustelbildung, also Eiterbläschen (Psoriasis pustulosa)
  • Schuppenflechte mit Gelenkbeteiligung (Psoriasis arthropathica, Psoriasis-Arthritis)

Psoriasis vulgaris (gewöhnliche Schuppenflechte)

Etwa 80 von 100 Menschen mit Psoriasis sind an der gewöhnlichen Schuppenflechte erkrankt, die in der Fachsprache auch Psoriasis vulgaris genannt wird.

Die zunächst kleineren, später bis handtellergroßen, entzündlich geröteten Herde treten in erster Linie an Kopf, Ellenbogen und Kniescheiben auf. Oft ist auch die Gesäßfalte betroffen. An dieser Stelle entstehen meistens keine Schuppen, sondern kleine Einrisse der Haut (sog. "Schrunden"). Die Plaques schuppen kontinuierlich, oftmals jucken sie auch.

Die Psoriasis vulgaris verläuft individuell sehr verschieden und ist unterschiedlich stark ausgeprägt. Während leichte Fälle kaum erkennbar sind, leiden andere Erkrankte unter häufigen Schüben mit deutlich sichtbaren Plaques. In schweren Fällen können große Flächen des Körpers von Plaques bedeckt sein. Ist nahezu der gesamte Körper bedeckt, sprechen Mediziner von einer psoriatischen Erythrodermie.

In etwa der Hälfte der Fälle breitet sich die Schuppenflechte auch auf die Nägel aus. Die Veränderungen reichen von leichten Eindellungen (sog. Tüpfelnägel) und Verfärbungen (sog. Ölflecken) bis hin zur vollständigen Nagelzerstörung.

Bei der gewöhnlichen Schuppenflechte unterscheiden Ärzte zwischen Typ I und Typ II:

  • Die Schuppenflechte vom Typ I beginnt in der Regel im Alter zwischen 10 und 25 Jahren und zeichnet sich meist durch einen schweren Verlauf und häufige Schübe aus. Außerdem spielt die genetische Veranlagung bei diesem Typ eine wichtige Rolle, sodass die Psoriasis innerhalb einer Familie sehr häufig auftritt. Insgesamt sind etwa zwischen 60 bis 70 von 100 aller Personen, die an gewöhnlicher Schuppenflechte leiden, vom Typ I betroffen.
  • Die Psoriasis vulgaris vom Typ II beginnt etwa im Alter von 35 bis 60 Jahren und verläuft in der Regel milder. Zudem ist die genetische Veranlagung weniger ausschlaggebend, weitere Fälle von Schuppenflechte in der Familie kommen eher selten vor.

Nageleindellungen durch Schuppenflechte (© Neufried/OKAPIA) © Okapia

Nageleindellungen durch Schuppenflechte (© Neufried/OKAPIA)

Eine Psoriasis vulgaris kann sich ganz unterschiedlich äußern:

  • Plaque-Typ: Diese häufigste Form der Psoriasis vulgaris tritt mit mindestens münzgroßen Plaques (Herden) in Erscheinung. Die schwere Verlaufsform, bei der auch Brust, Rücken, Arme und Beine großflächig von Plaques überzogen sind, heilt meist nur unvollständig. Werden die Plaques nicht behandelt, bleiben sie über Monate oder Jahre bestehen und breiten sich teilweise noch weiter aus.
  • exanthematische Psoriasis (Psoriasis guttata): Hier treten plötzlich sehr kleine, stecknadelkopf- bis linsengroße Herde auf – vor allem auf der Brust und am Rücken. Häufig findet sich diese Psoriasis-Form bei Kindern und jungen Erwachsenen, oft ausgelöst durch eine Infektion mit Bakterien (z.B. Streptokokken).
  • Psoriasis intertriginosa: Bei dieser Form der Psoriasis vulgaris sind vor allem Körperbereiche mit großen Hautfalten betroffen, etwa die Bauchfalte, die Achselhöhlen oder die Gesäßfalte.
  • Psoriasis inversa: Hierbei treten die entzündlichen Hautveränderungen hauptsächlich an den Beugen der großen Gelenke auf. Da die Schuppenflechte zumeist die Streckseiten der Gelenke befällt und nicht die Beugen, trägt diese Form der Schuppenflechte den Namen inversa (lat. für "umgekehrt").

Psoriasis pustulosa (Schuppenflechte mit Pustelbildung)

Die Psoriasis pustulosa tritt eher selten auf. Auf den geröteten Hautstellen entwickeln sich keimfreie (sterile) Eiterbläschen. Oft tritt die Psoriasis pustulosa nach bakteriellen Infekten auf. Die Eiterbläschen entstehen, wenn sich weiße Blutkörperchen (Leukozyten) in der obersten Hautschicht (Epidermis) ansammeln.

In schweren Fällen kann sich die Psoriasis pustulosa auf den gesamten Körper ausbreiten. Bei dieser sehr seltenen sogenannten Psoriasis pustulosa generalisata (auch: Typ Zumbusch) ist die Haut großflächig entzündet und von Bläschen übersät. Meist treten dabei auch Fieber, Abgeschlagenheit und ein schweres Krankheitsgefühl auf.

Psoriasis-Arthritis (Schuppenflechte mit Gelenkbeteiligung)

Die Psoriasis-Arthritis (Psoriasis arthropathica) ist eine rheumatische Form der Schuppenflechte, bei der die Schuppenflechte die Gelenke betrifft. Die Psoriasis-Arthritis tritt vorwiegend im Zusammenhang mit der gewöhnlichen Schuppenflechte vom Typ I auf. Etwa jeder fünfte Psoriatiker leidet unter der Psoriasis arthropatica. Die Gelenke schwellen an und Bewegungen sind nur eingeschränkt möglich. Trotz dieser rheumatischen Beschwerden ist bei einer Psoriasis-Arthritis der sogenannte Rheumafaktor (bestimmte Antikörper) im Blut nicht erhöht. Sehr häufig sind nicht nur die Gelenke, sondern auch die Nägel befallen.

Die Psoriasis-Arthritis kann sich durch verschiedene Krankheitsbilder äußern:

  • peripherer Typ: Beim peripheren Typ der Psoriasis-Arthritis ist mindestens ein kleines Gelenk schmerzhaft, gerötet und angeschwollen. Oft sind bei diesem Typ die Finger- und Zehengelenke oder alle Gelenke eines Fingers befallen (sog. Strahlbefall, "Wurstfinger"). Die Beschwerden treten über mehrere Monate und Jahre in Schüben auf. Dabei sind häufig verschiedene Gelenke betroffen. Das Gewebe um die Gelenkkapsel schwillt an und in der Nähe des Gelenks verliert der Knochen an Substanz (Knochenschwund, Osteoporose).
  • axialer Typ: Der seltene axiale Typ der Psoriasis-Arthritis führt dazu, dass die Darmbein-Gelenke (Iliosakralgelenke) und die Wirbelsäule versteifen. Zusätzlich können die umliegenden Gelenke befallen sein.



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