Anatomie der Haut: Hautanhangsgebilde

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion

Zu den Hautanhangsgebilden zählt man

  • Haare,
  • Nägel sowie
  • Schweiß-, Duft- und Talgdrüsen.

Die Haare

Haare findet man auf dem gesamten Körper – bis auf den Handflächen, Fußsohlen, Lippen und Teilen der Geschlechtsorgane.

Haare können in Terminalhaare und Wollhaare unterschieden werden. Terminalhaar ist in der Regel eher länger und kräftiger. Pigmente geben dem Terminalhaar eine individuelle Haarfarbe. Zu den Terminalhaaren zählen:

  • Kopfhaare
  • Wimpern
  • Augenbrauen
  • Schamhaare
  • Barthaare
  • Brusthaare (beim Mann)
  • Achselhaare
  • Nasenhaare
  • Haare im äußeren Gehörgang

Die restliche Körperbehaarung besteht aus dem sogenannten Wollhaar (Vellushaar), das im Vergleich zum Terminalhaar normalerweise recht kurz, farblos und eher dünn ist.

Haare zählen zu den Hautanhangsgebilden. © Jupiterimages/iStockphoto

Haare zählen zu den Hautanhangsgebilden.

Der sichtbare Teil des Haars ist der Haarschaft. Er besteht aus vollständig verhornten Zellen, vor allem aus Keratin. In der Haut befindet sich der Haarfollikel, eine Hauteinstülpung, in der das Haar befestigt ist. Im Haarfollikel setzt sich das Haar fort. Es folgt erst eine keratogene Zone, in der die Haarzellen immer mehr Keratin bilden, bis sie ausgereift sind, und schließlich die Haarwurzel und der Haarbulbus. Der Haarbulbus bildet neue Keratinozyten aus, die schließlich zu neuen Zellen des nachwachsenden Haares werden.

Das Alter von Haaren ist begrenzt. Im Durchschnitt fallen Kopfhaare nach zwei bis sechs Jahren aus, Wimpern bereits nach drei bis sechs Monaten. Den Wachstumszyklus der Haare unterteilt man in verschiedene Phasen:

  • Anagenphase (Haarwachstum): Die meiste Zeit ihres Wachstumszyklus befinden sich Haare in der Anagenphase, wobei Kopfhaare pro Monat circa einen Zentimeter wachsen.
  • Katagenphase (Übergangsphase): In der Katagenphase stoppt die Zellteilung der Haarzellen. Diese Phase ist meist recht kurz.
  • Telogenphase (Ruhephase): In der Telogenphase wachsen die Haare nicht mehr. Bei Kopfhaaren beträgt diese Phase zwischen zwei und vier Monaten.

Nach der Telogenphase fällt ein Haar aus, wenn ein neues Haar nachwächst und das alte Haar aus dem Haarfollikel rausschiebt.

Die Nägel

Nägel schützen die Endbereiche der Finger und Zehen. Finger- und Zehennägel bestehen aus einer etwa 0,5 Millimeter dicken Nagelplatte (Hornplatte), die im Nagelbett befestigt ist. Das Nagelbett ist der Bereich der Haut, auf dem die Nagelplatte aufliegt.

Die Nagelplatte besteht aus Hornschuppen, die dachziegelartig angeordnet sind. Sogenannte Zytokeratine versteifen die Hornschuppen und bewirken die Festigkeit der Nagelplatte. Zu den Seiten und zur Wachstumszone der Hornplatte hin ist der Nagel vom Nagelwall umgeben. Dieser bildet zur Nagelwurzel hin eine Einstülpung (Nageltasche), die etwa einen halben Zentimeter tief ist. Von dieser Nageltasche aus bildet sich ein kleines Häutchen (Eponychium), das den Nagelansatz bedeckt.

Zur Nagelwurzel hin befindet sich im Nagelbett die Wachstumszone oder keratogene Zone des Nagels. Sie ist als halbmondförmige Zone (Lunula) durch den Nagel hindurch zu erkennen.

Fingernägel wachsen etwa dreimal so schnell wie Zehennägel: Pro Woche bilden sich etwa 0,5 bis 1,5 Millimeter Fingernagel neu. Bis ein Fingernagel vollständig nachgewachsen ist, dauert es etwa drei bis vier Monate.

Die Drüsen

Zu den Hautanhangsgebilden zählen auch die Drüsen der Haut, wie Talg-, Schweiß-, und Duftdrüsen.

Talgdrüsen findet man vor allem in behaarten Hautregionen. Der Talg, den sie abgeben, hält Haut und Haare geschmeidig und gibt Haaren Glanz. Gleichzeitig dient Talg auch dem Schutz der Haut, indem er Teil des Säureschutzmantels ist. Bei Wärme produzieren die Talgdrüsen in der Regel mehr Talg und bei Kälte weniger, weshalb viele Menschen im Winter vermehrt mit trockener Haut zu kämpfen haben.

Kann der Talg nicht aus den Talgdrüsen abfließen, können sich Mitesser bilden. Siedeln sich nun noch Bakterien in den Talgdrüsen an, können eine Entzündung und schließlich eine Akne entstehen.

Schweißdrüsen kommen fast in allen Hautbereichen vor, vor allem jedoch im Bereich der Stirn, Handflächen und Fußsohlen. Frei von Schweißdrüsen sind dagegen die Lippen und die Penisvorhaut. Insgesamt finden sich circa zwei bis vier Millionen Schweißdrüsen in der Haut. Sie bilden den salzigen Schweiß, der zum einen der Temperaturregulation des Körpers dient und zum anderen zum Säureschutzmantel der Haut beiträgt.

Duftdrüsen sind nicht in allen Hautregionen vertreten. Man findet sie hauptsächlich in der Achselhöhle, im Genital- und Analbereich sowie bei Frauen im Warzenhof der Brustwarze. Duftdrüsen sind durch Sexualhormone gesteuert und nehmen ihre Tätigkeit erst mit Beginn der Pubertät auf.



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