Kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata): Symptome

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion

Kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata) setzt im Vergleich zu anderen Formen des Haarausfalls meist plötzlich ein. Die Symptome sind sehr charakteristisch: Besonders am Kopf bilden sich an einer oder mehreren Stellen innerhalb kurzer Zeit kreisrunde bis ovale kahle Flecken unterschiedlicher Größe, die teilweise bis zur völligen Kahlheit führen können.

Eine Entzündung besteht in der Regel nicht, die Haut ist unverändert und vernarbt nicht. Die Bereiche sind scharf begrenzt und zeichnen sich durch abgebrochene Haare an den Rändern aus. Häufig ist die Haut der kahlen Flächen elfenbeinfarben. Die sich an den Rändern befindlichen Haare lassen sich in der Regel sehr leicht herausziehen – auch büschelweise.

Im weiteren Verlauf der Alopecia areata werden die kahlen Stellen größer und können ineinander übergehen. Bei etwa jedem fünften Betroffenen treten zudem Veränderungen an den Fingernägeln auf, so zum Beispiel in Form von Querrillen, etwa 1 bis 2 Millimeter großen Eindellungen oder Grübchen (sog. Tüpfelnägel), erhöhter Brüchigkeit oder Verdickungen in den Nägeln.

Kreisrunder Haarausfall betrifft vor allem den Kopf, kann aber auch andere behaarte Körperstellen umfassen, zum Beispiel

  • die Schambehaarung,
  • den Bart,
  • die Augenbrauen und Wimpern.

In der stärksten Ausprägung kann kreisrunder Haarausfall zum Verlust der gesamten Körperbehaarung führen (Alopecia areata universalis).

In vielen Fällen bildet sich kreisrunder Haarausfall innerhalb eines Jahres spontan wieder zurück. Dabei können die nachwachsenden Haare depigmentiert, also ohne Färbung, sein. Etwa die Hälfte der Betroffenen erkrankt zu einem späteren Zeitpunkt erneut (Rezidiv). Dieser schubweise Verlauf ist typisch für kreisrunden Haarausfall.

Mediziner unterscheiden verschiedene Arten der Alopecia areata. Die Einteilung richtet sich danach, wie verbreitet der Haarausfall ist:

  • Alopecia areata unilocularis: nur eine Stelle ist betroffen
  • Alopecia areata multilocularis: mehrere Stellen sind betroffen
  • Alopecia areata subtotalis: nahezu das gesamte Kopfhaar fällt aus
  • Alopecia areata totalis: kompletter Verlust des Kopfhaars
  • Alopecia areata universalis: Ausfall aller Körperhaare
  • Ophiasis-Typ: Hierbei handelt es sich um eine besondere Verlaufsform der Alopecia areata, die vor allem die Randbereiche des behaarten Kopfes befällt: meist den Nacken, mitunter aber auch Schläfen oder Stirn.

Als "Ausrufezeichenhaare" bezeichnen Fachleute Haare, die sich im Randbereich der betroffenen Stelle finden und die sich nach unten hin verjüngen, also schmaler werden. Dies liegt daran, dass bei diesen Haaren die Verhornung (sog. Keratinisierung) gestört abläuft.

Es gibt Erkrankungen, die dem kreisrunden Haarausfall ähnlich sehen können, aber völlig andere Ursachen haben. Dazu zählt die sogenannte Trichotillomanie. Hierunter verstehen Ärzte das zwanghafte Ausreißen von Haaren; besonders Mädchen und junge Frauen sind davon betroffen. Außerdem sollte der Arzt prüfen, ob es sich um eine sogenannte Alopecia syphilitica (tritt im Verlauf einer Syphilis-Erkrankung auf), einen Lupus erythematodes (eine Autoimmunkrankheit) oder eine Pilzerkrankung (Mykose) handeln kann, die zu dem Haarverlust führen.


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