Diffuser Haarausfall: Ursachen

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion

Diffuser Haarausfall kann eine Reihe unterschiedlicher Ursachen haben. Er führt in den meisten Fällen zu einer Ausdünnung der Haare, die gleichmäßig über den Kopf verteilt ist. Diffuser Haarausfall kann sich in Folge einer Krankheit entwickeln, ebenso können eine schlechte Ernährung, die zu einem Mangel führt, äußere Einwirkungen, Medikamente und hormonelle Umstellungen (z.B. Entbindung, Absetzen der Pille) diffusen Haarausfall nach sich ziehen.

Krankheiten

  • gestörte Schilddrüsenfunktion (Schilddrüsenüberfunktion, Schilddrüsenunterfunktion)
  • Diabetes mellitus
  • Infektionen, z.B. schwere, fieberhafte Lungenentzündung
  • die Geschlechtskrankheit Syphilis (Lues)
  • chronisch entzündliche Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa und Morbus Crohn
  • Krebserkrankungen (z.B. Lymphome)
  • systemischer Lupus erythematodes (SLE)
  • Essstörungen wie Bulimie und Magersucht

Äußere Umstände

  • Stress
  • Operation, Vollnarkose

Hormonelle Umstellungen

Diffuser Haarausfall entwickelt sich bei manchen Frauen etwa zwei bis vier Monate nach der Geburt eines Kindes. Der Grund ist ein relativer Östrogenmangel: Während der Schwangerschaft steigt die Konzentration an weiblichen Geschlechtshormonen (Östrogenen) im Blut und die Haare wachsen stärker als sonst.

Fällt die Konzentration nach der Entbindung wieder auf das Ausgangsmaß, verlieren viele Frauen die überschüssig produzierten Haare. Auch der Stress während der Entbindung trägt dazu bei. Der Haarverlust ist ein natürlicher Prozess ohne Krankheitswert.

Auch das plötzliche An- oder Absetzen von Medikamenten zum Empfängnisschutz (z.B. die Pille) oder der Beginn der Wechseljahre (Klimakterium) kann aufgrund eines Mangels an Östrogen zu diffuser Alopezie führen.

Bei der Einnahme von Verhütungsmitteln kann die künstlich gesteigerte Konzentration an männlichen Hormonen (Androgenen) bewirken, dass sich minderwertige Haare bilden und die Haarwurzeln letztlich absterben.

Ernährung

  • einseitige, ungesunde Ernährung
  • radikale Diäten
  • Eiweißmangel
  • Eisenmangel
  • sehr selten: Vitamin-, Biotin- oder Zinkmangel

Medikamente

Auch eine Reihe von Medikamenten kann zu diffuser Alopezie führen, Beispiele sind:

  • Chemotherapie mit sog. Zytostatika
  • Heparin ("Blutverdünner")
  • ACE-Hemmer (u.a. gegen hohen Blutdruck)
  • Betablocker (u.a. gegen hohen Blutdruck)
  • Lipidsenker (Arzneimittel, die die Blutfette senken)
  • Retinoide (Vitamin-A-Abkömmlinge wie der Wirkstoff Acitretin)
  • Schilddrüsenmedikamente (sog. Thyreostatika)
  • Antibiotika
  • Schmerzmittel (Analgetika)

Strahlentherapie und Strahlenunfälle

Diffuser Haarausfall kann durch eine Strahlentherapie oder durch Strahlenunfälle entstehen. Trifft eine gewisse Dosis sogenannter ionisierender Strahlung (dazu zählt z.B. Röntgenstrahlung) auf den Körper, kann es zu Haarverlust kommen. Dies ist ab einer Energiedosis von etwa 3,8 Gray der Fall. Die Energiedosis ist die Energiemenge, die beim Durchstrahlen von Materie auf ein bestimmtes Volumen übertragen beziehungsweise von der Materie aufgenommen (absorbiert) wurde. Nach ungefähr zwei Monaten wachsen die Haare in der Regel wieder nach. Eine Strahlendosis über 8 Gray kann zu einem dauerhaften Verlust der Haare führen.



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