Haarausfall durch Hormone

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion

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Viele Frauen leiden nach der Schwangerschaft beziehungsweise nach der Geburt unter Haarausfall. Auch bei Erkrankungen der Schilddrüse, nach Absetzen der Antibabypille oder in den Wechseljahren können vermehrt Haare ausfallen. Grund dafür ist, dass sich der Hormonhaushalt des Körpers verändert.

Hormone nehmen als Botenstoffe im menschlichen Körper eine Vielzahl von Aufgaben wahr. Sie regulieren unter anderem auch, wie lang ein Haarzyklus dauert und wie schnell die Zellen im Haarfollikel sich teilen. Zwar ist der Behaarungstyp eines Menschen bereits bei der Geburt genetisch festgelegt, im Laufe seines Lebens beeinflussen allerdings verschiedene Faktoren – unter anderem die Geschlechtshormone – wie er sich ausprägt. Schon leichte Änderungen im Hormonspiegel können deshalb zu vermehrtem Haarausfall führen.

Haarausfall nach der Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft steigt der Spiegel des Hormons Östrogen im Körper an, wodurch die Haare länger in der Wachstumsphase (Anagenphase) bleiben als üblich. Viele Frauen freuen sich daher im zweiten und dritten Schwangerschaftsdrittel darüber, dass ihr Haar schöner, dichter und glänzender wird.

Das Bild zeigt eine liegende Schwangere. © Jupiterimages/iStockphoto

Nach einer Schwangerschaft fallen oft vermehrt Haare aus. Schuld sind die hormonellen Umstellungen.

Haarausfall nach der Schwangerschaft beziehungsweise nach der Geburt (sog. postpartales Effluvium) hängt normalerweise damit zusammen, dass nach der Entbindung der Hormonspiegel wieder auf das Ausgangsmaß zurückfällt. Als Folge treten plötzlich viele Haare aus der Wachstumsphase in die Ruhe- und Ausfallphase (Telogenphase) über. Nach zwei bis vier Monaten fallen die "überschüssigen" Haare aus und es finden sich mit einem Mal ungewohnt viele Haare in der Bürste.

Haarausfall nach der Schwangerschaft ist nicht krankhaft und normalisiert sich in der Regel nach einigen Wochen bis Monaten von selbst. Spezielle Nahrungsergänzungsmittel oder wachstumsfördernde Mittel für die Haare sind bei Haarausfall nach der Schwangerschaft normalerweise nicht notwendig.

Haarausfall nach Absetzen der Antibabypille

Frauen, die nach mehreren Jahren die Antibabypille absetzen, können ebenfalls verstärkt Haare verlieren. Ganz wie beim Phänomen des Haarverlusts nach einer Geburt, ist auch hier die Ursache der plötzlich absinkende Spiegel des Geschlechtshormons Östrogen. Ein Großteil der Antibabypillen enthält künstliche Östrogene. In der Regel normalisiert sich in beiden Fällen das Haarwachstum auch ohne Therapie nach mehreren Wochen bis Monaten wieder und der übermäßige Haarausfall stoppt.

Haarausfall in den Wechseljahren

Mit Eintritt in die Wechseljahre ändert sich der Hormonhaushalt der Frauen. Die Produktion der weiblichen Geschlechtshormone lässt nach, weshalb im Verhältnis dazu die Menge der männlichen Sexualhormone (Androgene) "ansteigt". Bei vielen Frauen kommt es durch diese Verschiebung im Hormongleichgewicht zu einem dauerhaft erhöhten Haarausfall (sog. chronisch telogenes Effluvium), der in der Regel nicht behandlungsbedürftig ist.

Bei fast jeder vierten Frau kommt es nach den Wechseljahren zu sichtbar lichterem Haar, wobei sich meist der Scheitel leicht verbreitert. Um mögliche andere Ursachen des Haarausfalls auszuschließen, sollten Frauen mit auffälligem Haarausfall (z.B. kreisrunder Haarausfall) auf jeden Fall ein Arzt aufsuchen.

Haarausfall durch Störungen der Schilddrüse

Hinter Haarausfall kann sich auch eine Störung der Schilddrüse verstecken. Die Hormone der Schilddrüse beeinflussen viele Bereiche im Körper, so auch die haarbildenden Zellen. Funktioniert die Schilddrüse jedoch nicht richtig, kann das vielfältige Auswirkungen haben – unter anderem auch Haarausfall:

  • Schilddrüsenüberfunktion: Produziert die Schilddrüse zu viele Hormone, werden die Haare oft brüchig und fein. Zudem treten sie früher in die Ruhephase, weshalb sie meist nicht besonders lang werden und früher ausfallen.
  • Schilddrüsenunterfunktion: Auch wenn die Schilddrüse zu wenig Hormone herstellt, kann es zu Haarausfall kommen. Die hormonelle Veränderung kann außerdem das Aussehen der Haare beeinflussen – es wird trocken und brüchig und wirkt eher matt.
Die Beschwerden bessern sich jedoch in der Regel schnell, sobald der behandelnde Arzt eine passende Hormontherapie bestimmt und der Betroffene die entsprechenden Medikamente einnimmt.

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