Haarausfall: Haarausfall durch Chemotherapie

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion

Bei einer Reihe von Krebserkrankungen setzen Ärzte eine Chemotherapie ein. Ziel der Therapie ist es, das Wachstum von bösartigen Zellen zu stoppen oder die Zellen zu zerstören. Haarausfall ist eine häufige Nebenwirkung einer solchen Chemotherapie. Dies liegt daran, dass die eingesetzten Medikamente (Zytostatika) besonders stark auf Zellen wirken, die schnell wachsen und sich häufig teilen. Das sind außer den Krebszellen auch körpereigene Zellen der Schleimhäute (zum Beispiel des Magens und Darms), Blutzellen und die Zellen der Haarfollikel.

Personen, die eine starke Chemotherapie erhalten, verlieren meist innerhalb weniger Wochen einen Großteil ihrer Haare. Die Medikamente schädigen all jene Haarfollikel, die sich zum Zeitpunkt der Therapie in der Wachstumsphase befinden – normalerweise sind das 80 Prozent aller Haare. Sie brechen etwa zwei bis vier Wochen nach der Schädigung in der Wurzel ab.

Auf dem Kopf verbleiben nur diejenigen Haare, die sich während der Chemotherapie bereits in der Ruhephase des Haarzyklus befanden. Da die Ruhephase – auch ohne Chemotherapie – nur zwei bis vier Monate dauert, fallen diese Haare nach dieser Zeit auch aus.

Haarausfall durch Chemotherapie ist eine Form des diffusen Haarausfalls. Die Haare fallen recht gleichmäßig an allen Stellen des behaarten Kopfes aus. Endet die Chemotherapie, wachsen die Haare schon nach wenigen Wochen wieder nach, da sich die Haarfollikel meist recht gut von der Schädigung erholen. Beispiele für Wirkstoffe, die besonders häufig zu Haarausfall durch Chemotherapie führen, sind Ifosfamid und Doxorubicin.

Erhält ein Patient eine niedriger dosierte Chemotherapie, kommt es mitunter langsamer und nur schwächer ausgeprägt zu Haarausfall. Meist nehmen andere Personen den Haarausfall erst wahr, wenn jemand mehr als die Hälfte seiner Haare verloren hat.



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