Erblich bedingter Haarausfall bei Frauen: Therapie des Haarausfalls

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion

Einmal ausgefallene Haare können nicht wieder hergestellt werden. In diesem Fall kann nur eine Haartransplantation helfen. Ziel einer Therapie bei einem erblich bedingten Haarausfall muss daher sein, die Haarwurzel vor dem schädigenden Einfluss des Dihydrotestosterons (DHT) zu schützen und so zu verhindern, dass die Wurzel zerstört wird.

Die Therapie bei erblich bedingtem Haarausfall umfasst mehrere Wirkstoffe und Ansätze:

  • 2%ige Minoxidil-Lösung: Therapie der Wahl
  • Lösungen mit 17-alpha-Estradiol (Alfatradiol) oder 17-ß-Estradiol
  • Hormonpräparate (Tabletten), sofern nachweislich bestimmte Hormone aus dem Gleichgewicht geraten sind

In mehreren Studien zeigte eine 2%ige Minoxidil-Lösung eine gute Wirksamkeit: Bei den meisten Frauen stoppte der Haarausfall, bei etwa jeder zweiten nahm die Haardichte durch die Behandlung wieder zu. Minoxidil gilt als Therapie der Wahl.

Ebenso wie die 5%ige Minoxidil-Lösung für Männer ist dieses Präparat rezeptfrei erhältlich.

Minoxidil kann nach Beginn der Therapie zu einem Effekt führen, der viele Frauen stark verunsichert: Etwa nach vier bis acht Wochen kann ein verstärkter Haarverlust auftreten, von Experten als "Shedding" bezeichnet. Dieser Effekt ist ein Hinweis darauf, dass die Therapie gut wirkt. Shedding zeigt sich dann, wenn ruhende Haarfollikel wieder aktiv werden. Die nachwachsenden Haare stoßen dann die in der Ruhephase befindlichen Haare aus – die Frau verliert vermehrt Haare.

Eine weitere Besonderheit einer Minoxidil-Therapie besteht darin, dass Frauen dunklen Typs (z.B. manche Südeuropäerinnen) während der Behandlung der Kopfhaut mit Minoxidil-Lösung im Gesicht und auf der Stirn mit verstärktem Haarwuchs reagieren.

Zudem gibt es Wirkstofflösungen für die Kopfhaut, die die Umwandlung von Testosteron in Dihydrotestosteron (DHT) hemmen sollen. Hierzu zählen 17-alpha-Estradiol (Alfatradiol) und 17-ß-Estradiol; sie haben kaum Nebenwirkungen. In Studien konnte Alfatradiol den Anteil der Haare in der Wachstumsphase erhöhen, den Anteil der Haare in der Ruhephase dagegen senken. Auf diese Weise könnte Alfatradiol das Fortschreiten des Haarausfalls verzögern. Erneutes Haarwachstum oder eine Verdickung der Haare vermag Alfatradiol nach derzeitigem Stand nicht zu bewirken. Aktuelle Behandlungsleitlinien für erblichen Haarausfall empfehlen Alfatradiol nicht für die Therapie des erblichen Haarausfalls, da die bisherigen Studien die Wirksamkeit nicht hinreichend belegen.

Tabletten, die Hormone enthalten, können nach derzeitigem Stand der Forschung nicht für die Therapie des erblich bedingten Haarausfalls bei Frauen empfohlen werden. Eine Ausnahme stellen bestimmte hormonelle Erkrankungen dar, die zu vermehrtem Haarausfall führen. Bei ihnen kann der Arzt eine Therapie mit Hormontabletten mit der Patientin diskutieren.

Neben der spezifischen Behandlung des erblich bedingten Haarausfalls, können Kombinationspräparate, die schwefelhaltige Aminosäuren und B-Vitamine enthalten, dem Haar wichtige Aufbaustoffe für das Wachstum unterstützend zuführen.


Apotheken-Notdienst