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Zölibat, Enthaltsamkeit

Veröffentlicht von: Wiebke Raue (11. Juli 2011)

© Jupiterimages/iStockphoto

Im Zölibat verspricht eine Person – zum Beispiel ein Mönch oder eine Nonne –, freiwillig lebenslang sexuell enthaltsam zu leben und unverheiratet zu bleiben.

Im katholischen Christentum sieht das Zölibat (lat. caelibatus = Ehelosigkeit) beispielsweise vor, dass verheiratete Männer nicht zum Priester geweiht werden dürfen. Vielmehr müssen Priester sexuelle Enthaltsamkeit versprechen. Das Zölibat wird nicht nur in der römisch-katholischen Religion von Priestern und Bischöfen praktiziert – auch in anderen Weltreligionen ist das Zölibat bekannt.

Das christliche Zölibat galt etwa ab dem dritten Jahrhundert als verbindlich für Priester, wurde jedoch von ihnen oft nicht eingehalten. Im Zuge der Reformation wurde die Pflicht zum Zölibat für protestantische Geistliche abgeschafft, im 19. Jahrhundert jedoch für Diakonissen wieder eingeführt. Unter katholischen Geistlichen ist das Zölibat heutzutage umstritten und ein oft diskutiertes Thema.

Sexuelle Enthaltsamkeit hat nicht unbedingt etwas mit dem Zölibat zu tun, sie kann verschiedene Ursachen haben. Sie beruht oft auf religiösen oder auch spirituellen Lebenseinstellungen, kann aber auch in mangelndem sexuellen Interesse begründet sein. Sexuelle Enthaltsamkeit kann sich sowohl auf kurze Zeitabschnitte beziehen als auch lebenslang andauern (wie im Zölibat). So beschließen manche Paare beispielsweise, mit dem Geschlechtsverkehr bis nach der Hochzeit zu warten. Mönche hingegen sind durch das Zölibat verpflichtet, ein Leben lang enthaltsam zu sein. Enthaltsamkeit kann sich zudem nur auf den Geschlechtsverkehr beziehen oder aber auch auf alle sexuelle Aktivitäten einschließlich Selbstbefriedigung.

Sexuelle Enthaltsamkeit kann nicht nur freiwillig, sondern auch unfreiwillig erfolgen, wenn zum Beispiel eine Person durch eine Behinderung oder durch eine Erkrankung eingeschränkt ist.

Medizinisch gesehen gibt es keine Hinweise darauf, dass Enthaltsamkeit wie zum Beispiel im Zölibat langfristig zu negativen körperlichen Auswirkungen führt. Allerdings kann es unter Umständen zu psychischen Folgen wie zum Beispiel negativen Verhaltensweisen oder Ersatzhandlungen kommen, welche von den individuellen Einstellungen der jeweiligen Person abhängig sind.


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