Pädophilie: Was ist Pädophilie?

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (04. September 2015)

Die Pädophilie ist eine Störung der sexuellen Präferenz (= Vorliebe). Ein abweichendes Sexualverhalten wie die Pädophilie bezeichnen Mediziner auch als Paraphilie.

Die meisten Menschen mit pädophilen Neigungen zählen zum männlichen Geschlecht. Pädophile fühlen sich von Jungen und / oder Mädchen angezogen, deren sexuelle Geschlechtsmerkmale in der Regel noch nicht ausgereift sind. Zeigt die körperliche Entwicklung bereits Zeichen der Pubertät – etwa durch leicht entwickelte Brustansätze oder erste Schambehaarung – spricht man nicht von Pädophilie, sondern von Hebephilie.

Jemand gilt als pädophil, wenn

  • er sich sexuell erregt fühlt, wenn er Kinder betrachtet oder Kontakt zu ihnen hat.
  • er sexuelle Fantasien hat, in denen Kinder vorkommen.
  • er kinderpornografisches Material konsumiert, etwa Bilder oder Videos.

Ein Pädophiler ist nicht automatisch ein Sexualstraftäter – oft bleibt es lebenslang bei sexuellen Fantasien. Andererseits können solche Fantasien aber auch dem eigentlichen Missbrauch vorausgehen.

Studien zufolge handelt es sich bei Menschen mit pädophilen Neigungen meist um scheue, selbstunsichere Personen, die Probleme damit haben, sexuellen Kontakt zu Erwachsenen zu knüpfen. Die genauen Ursachen einer Pädophilie sind jedoch weitgehend unbekannt.

Pädophile Menschen fühlen sich von Kindern sexuell angezogen. © iStock

Pädophile Menschen fühlen sich von Kindern sexuell angezogen.

Zahlen & Fakten

  • Wie viele Menschen pädophile Neigungen haben, ist nicht bekannt. Studien lassen vermuten, dass sich 1 von 100 Männern von Kindern sexuell angezogen fühlt. Frauen sind nur selten pädophil: Schätzungen zufolge befinden sich unter 100 Pädophilen 99 Männer und nur 1 Frau.
  • Die meisten Fälle von sexuellem Kindesmissbrauchs kommen gar nicht zur Anzeige, entsprechend hoch ist die Dunkelziffer der Straftaten. Experten gehen davon aus, dass der polizeilich nicht bekannte Teil der Taten etwa achtmal so groß ist wie der bekannte Teil.
  • In bis zu 90 % der Fälle kennen Kinder, die sexuell missbraucht werden, den Täter. Etwa ein Drittel aller Täter kommt aus der Familie.
  • 2014 hat das Bundeskriminalamt 134 Fälle von sexuellem Kindesmissbrauch registriert – die tatsächliche Fallzahl liegt aber vermutlich um einiges höher.