Stalking: Täter und Opfer

Veröffentlicht von: Wiebke Raue (11. August 2011)

Während es den Stalking-Tätern darum geht, Macht und Kontrolle auszuleben, leiden die Opfer häufig sehr unter den permanenten Nachstellungen. Das Leben eines Betroffenen kann so sehr beeinträchtigt werden, dass er sich in psychologische Behandlung begeben muss.

Die Opfer

Jeder kann zum Stalking-Opfer werden – egal, ob es sich um einen Prominenten oder um eine Privatperson handelt. Eines der prominentesten Opfer war John Lennon von den Beatles, der am 8. Dezember 1980 in New York von einem psychisch gestörten Stalker erschossen wurde.

Die Opfer von Stalking – meist sind es Frauen – leiden oft jahrelang unter dem Psychoterror des Täters. Manche Menschen wechseln sogar ihren Wohnort und ihren Freundeskreis oder verlassen den Arbeitsplatz, um den Verfolger loszuwerden – nicht immer mit Erfolg, denn Stalker sind hartnäckig und versuchen alles, um ihr Opfer ausfindig zu machen.

Anhaltendes Stalking ist häufig mit psychischen Folgen für die Opfer verbunden. Manche Betroffene entwickeln im Laufe der Zeit eine posttraumatische Belastungsstörung oder sie werden depressiv. In seltenen Fällen kann der Betroffene so belastet sein, dass er keinen anderen Ausweg mehr sieht, als sich das Leben zu nehmen. Auch körperliche Schäden können auftreten, etwa weil der Stalker sein Opfer angreift – im Extremfall bis hin zum Mord.

Die Täter

Egal ob Ex-Mann, Freund, Kollege oder eine unbekannte Person: Stalker haben viele Gesichter. Ziel eines Stalkers ist es in der Regel, sein Opfer zu kontrollieren und Macht über es zu haben. Einige Stalker verfolgen aus Rache, andere sind fest davon überzeugt, dass ihr Opfer die Nähe möchte.

Häufig – aber nicht immer – sind Stalker Personen, die zuvor von ihrem Partner / ihrer Partnerin verlassen worden sind und diese Trennung nicht akzeptieren wollen. Sie versuchen mit aller Gewalt, sich durchzusetzen und erhoffen sich, wieder in Kontakt mit dem Opfer zu treten. Es mangelt ihnen an der nötigen sozialen Kompetenz und sie sind nicht in der Lage, die negativen und ablehnenden Signale, die das Opfer aussendet, richtig zu interpretieren.

Sofern ein Mann oder eine Frau den Partner verlassen hat, ist es eine normale und häufige Reaktion, dass der oder die Verlassene versucht, die Partnerschaft zu retten. Dies kann per Brief, per Telefon oder durch persönlichen Kontakt erfolgen. Zum Stalking und oft zu einem krankhaften Verhalten wird es jedoch, wenn trotz eindeutiger Sinnlosigkeit eines derartigen Verhaltens das "Nachhaken" zum Zwang wird und Monate oder gar Jahre andauert.

Stalking tritt auch im Rahmen psychischer Erkrankungen wie etwa Schizophrenie oder Persönlichkeitsstörungen auf.