Selbstbefriedigung (Onanie, Masturbation): Historisches

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (19. Mai 2009)

Der Begriff Onanie geht auf die biblische Gestalt des Onan zurück. Als dessen ältester Bruder starb, musste Onan, der damaligen Sitte entsprechend, mit der Witwe seines Bruders schlafen, um mit ihr Kinder zu zeugen. Um dieses Gesetz zu umgehen, betrieb er einen Coitus interruptus und ließ seinen Samen auf die Erde fallen. Insofern hat er keine Selbstbefriedigung im eigentlichen Sinne betrieben.

Vor allem im 18. und 19. Jahrhundert sowie in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts galt die Selbstbefriedigung als krankhaft. Oft kämpfte man – auch aus religiösen Gründen – geradezu fanatisch gegen die Selbstbefriedigung an. Beispielsweise fixierte man die Hände der Jugendlichen nachts oberhalb der Bettdecke. Zudem befanden sich viele Menschen in dem Irrglauben, dass Onanie zu Erkrankungen wie Rückgratverkrümmungen, Blindheit oder geistiger Zurückbildung führen könne.

Auch Sigmund Freud befasste sich intensiv mit der Selbstbefriedigung und behauptete, dass sie in der Jugend vollkommen natürlich und für kleine Kinder sogar absolut förderlich sei, um die eigene Sexualität zu entdecken.

Medizinisches

Die Selbstbefriedigung (Onanie, Masturbation) hat keinerlei negative Auswirkungen auf die Gesundheit – weder in psychischer noch in körperlicher Hinsicht. Die Behauptungen, dass Onanie Impotenz, Blindheit, geistige Rückbildung, Rückgratverkrümmungen, Tuberkulose oder Ähnliches hervorrufen kann, sind mittlerweile widerlegt. Gerade Frauen haben oft das Gefühl, etwas Verbotenes zu tun, wenn sie sich selbst befriedigen. Jedoch bietet Onanie gerade Teenagern eine gute Möglichkeit, sich und ihren Körper besser kennenzulernen.

Stattdessen haben beispielsweise australische Wissenschaftler 2003 herausgefunden, dass das Risiko für Prostatakrebs bei Männern geringer ist, wenn sie sich selbst befriedigen.