Sadismus, Masochismus (SM): Medizinisches

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (07. November 2011)

Die Diagnosen Sadismus, Masochismus beziehungsweise Sadomasochismus können hinsichtlich der sexuell motivierten Ausprägung als Störungen der Sexualpräferenz (Paraphilien) diagnostiziert werden, wenn der Betroffene auf andere Weise keine sexuelle Befriedigung erlangen kann, seine eigene Sexualpräferenz selbst ablehnt oder sich in seinen Lebensumständen eingeschränkt fühlt.

Eine Therapie von Sadismus oder Masochismus erfolgt in der Regel nur dann, wenn die jeweilige Person einen besonderen Leidensdruck empfindet oder wenn andere Personen gefährdet sein könnten. In diesem Fall können psychotherapeutische Verfahren wie zum Beispiel eine Verhaltenstherapie zum Einsatz kommen.

Rechtliche Aspekte

Freiwillige sadomasochistische Handlungen unter erwachsenen Personen sind in der Regel nicht strafbar, es sei denn, es kommt trotz Einwilligung zu einer Körperverletzung. In diesem Fall ist die Tat nach § 228 des Strafgesetzbuchs (StGB) strafbar.

Wer sadistische Handlungen gegen den Willen der anderen Person ausübt, kann strafrechtlich verfolgt werden. Als relevante Straftatbestände kommen hierbei beispielsweise (gefährliche) Körperverletzung (§§ 223 und 224 StGB), Nötigung (§249 StGB) oder sexuelle Nötigung (§177 StGB) infrage.