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Perversion

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (02. Mai 2011)

Unter dem Begriff Perversion (von lat. perversus = verdreht, widersinnig, falsch) verstand man im Mittelalter vor allem einen "falschen Glauben". Erst im 19. Jahrhundert fand der Begriff auch Verwendung für ein als falsch empfundenes Sexualverhalten. Die Einstellung darüber, was eine Perversion ist, hat sich im Laufe der letzten Jahrzehnte erheblich verändert und wurde von gesellschaftlichen Regeln und Werten geprägt.

Vor rund hundert Jahren galten viele Sexualpraktiken als pervers, die heute toleriert oder anerkannt werden, so zum Beispiel die Selbstbefriedigung oder homosexuelle Handlungen. Generell versteht man unter einer Perversion im sexuellen Sinn alle Sexualpraktiken, die von der gesellschaftlichen Norm abweichen. Umgangssprachlich benutzt man den Begriff der Perversion oder "pervers" auch außerhalb der Sexualität für Taten und Meinungen, die als abartig oder gesellschaftlich inakzeptabel gelten.

In der Wissenschaft und Medizin verwendet man den Begriff Perversion aufgrund der negativen Färbung in der Regel nicht mehr, er gilt als unsachgemäß. Denn im Grunde kann man keine Aussage darüber treffen, welche sexuellen Praktiken als "falsch" und somit pervers gelten, da dies voraussetzen würde, dass es ein "natürliches", "korrektes" Sexualverhalten gibt. Man spricht stattdessen von abweichendem Sexualverhalten. Andere Begriffe hierfür sind sexuelle Deviation beziehungsweise Devianz oder Paraphilie.

Behandlungsbedürftig ist ein abweichendes Sexualverhalten vor allem dann, wenn die Person selbst unter ihrer Neigung leidet oder andere gefährden könnte. Dies kann zum Beispiel bei Paraphilien wie Exhibitionismus, Pädophilie, Voyeurismus, Sodomie, Nekrophilie, oder Fetischismus der Fall sein.


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