Orgasmus: Orgasmusstörung

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (09. Juni 2017)

Der Orgasmus kann auf unterschiedliche Weise gestört sein. Eine Orgasmusstörung liegt vor, wenn:

  • der Orgasmus vorzeitig eintritt,
  • der Orgasmus verzögert eintritt oder
  • der Orgasmus ganz ausbleibt.

Dabei unterscheiden sich Orgasmusstörungen nach Geschlecht. Für viele Männer ist eher die Frage problematisch, wann der Orgasmus eintritt: In den Industrieländern leidet bis zu jeder vierte erwachsene Mann an einem vorzeitigen Orgasmus (auch als vorzeitiger Samenerguss bzw. vorzeitige Ejakulation bezeichnet). Die Betroffenen erreichen ihren sexuellen Höhepunkt immer wieder schon vor oder kurz nach dem Eindringen des Penis, ohne dies kontrollieren zu können – und das Gefühl der Befriedigung bleibt typischerweise aus.

Bei Frauen besteht eine Orgasmusstörung hingegen häufiger darin, dass es sehr lange dauert, bis sie zum Höhepunkt kommen beziehungsweise dass sie ihn überhaupt nicht erreichen – selbst wenn sexuelles Verlangen (Libido), Lustempfinden und körperliche Reizung der erogenen Zonen ausreichend vorhanden sind (dann spricht man von Hypoorgasmie = seltene Orgasmen bzw. Anorgasmie = völlig ausbleibende Orgasmen). Gerade bei Frauen ist das Erreichen des Orgasmus häufig an einen sehr individuellen Ablauf der sexuellen Reaktionsphasen gebunden, die stärker störungsanfällig sind als bei Männern.

Störend kann auch der sogenannte Coitus interruptus sein, also der unterbrochene Beischlaf, bei dem der Mann den Penis kurz vor der Ejakulation aus der Scheide zieht. Dasselbe gilt für den sehr kurzen Koitus, der durch eine äußerst rasche Erregungsphase beim Mann mit unmittelbarem Übergang in die Orgasmusphase gekennzeichnet ist. In beiden Fällen stagniert die Erregung bei der Frau häufig auf einem verhältnismäßig niedrigen Niveau und ein Orgasmus bleibt aus. Allerdings kann auch das Gegenteil der Fall sein: Wenn der männliche Partner sich bewusst zurückhalten kann, ist die Frau durchaus in der Lage, mehrere Orgasmen zu erleben, bevor auch er einen Orgasmus erreicht.

Ab wann eine Orgasmusstörung vorliegt, ist zunächst eine sehr individuelle Empfindung. Auch ein Liebesspiel ohne Orgasmus kann sexuell befriedigend sein. Außerdem ist zu bedenken, dass sich viele Menschen auch durch die Medien beeinflussten Klischeebildern unterwerfen und sich selbst unter Leistungsdruck setzen, was die Orgasmusfähigkeit und -häufigkeit angeht. Wenn man diesen Klischeebildern nicht enstpricht, gilt dies dann oft fälschlicherweise als Orgasmusstörung.

Erst wenn man das Ausbleiben des Orgasmus als Störung empfindet, ist dies als Problem anzusehen: Dann ist es ratsam, der Orgasmusstörung auf den Grund zu gehen.

Die Ursachen für einen gestörten Orgasmus sind vielfältig. So kann eine Orgasmusstörung zum Beispiel entstehen durch:

Die Behandlung von Störungen des Orgasmus richtet sich nach der jeweiligen Ursache. Ist die Orgasmusstörung nicht organisch bedingt, kann eine psychotherapeutische Unterstützung helfen.