Oralsex (Oralverkehr): So schützen Sie sich!

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (09. Juni 2017)

Beim Oralsex (Oralverkehr) können Krankheitserreger übertragen werden. Zu 100 Prozent sind Sie davor nur geschützt, wenn Sie auf Oralsex verzichten. Für viele Paare stellt die orale Stimulation jedoch ein wichtiges Element in ihrem Liebesleben dar. Auch wenn es keine absolute Sicherheit gibt: Das Risiko, sich mit einer sexuell übertragbaren Erkrankung anzustecken, können Sie drastisch reduzieren und fast auf null senken, wenn Sie einige Dinge beachten.

Das können Sie tun, um sich beim Oralsex vor Krankheitserregern zu schützen:

  • Achten Sie insbesondere bei fremden oder häufig wechselnden Sexualpartnern darauf, sich zu schützen: Eine Geschlechtskrankheit sieht man dem anderen nicht unbedingt an! Ehrlichkeit und Treue reduzieren das Risiko einer Ansteckung enorm. Wer oft den Partner wechselt, sollte unbedingt auf ein Kondom beziehungsweise einen Dental Dam bestehen.
  • Benutzen Sie Kondome bzw. Dental Dams: Beim Oralverkehr am Penis sollten Sie auf Kondome achten. Für den Oralsex bei der Frau (Cunnilingus) gibt es im Handel sogenannte Dental Dams, dünne, leicht parfümierte Latextücher, die man auf die Scheidenöffnung legt und umgangssprachlich auch "Lecktücher" genannt werden. Dental Dams sind in manchen Apotheken, Sex-Shops oder in Online-Shops erhältlich. Alternativ kann man ein aufgeschnittenes Kondom über dem Scheideneingang ausbreiten oder reißfeste Haushaltsfolie verwenden. Kondome müssen dabei nicht zwangsläufig lästig sein, sondern können sogar Spaß machen. Unterschiedliche Geschmacksrichtungen machen es möglich.
  • Sollte das Kondom einmal abrutschen und Sie sind nicht sicher, ob der Partner mit einer Geschlechtskrankheit infiziert sein könnte: Spucken Sie Sperma beziehungsweise Scheidenflüssigkeit oder Menstruationsblut aus und spülen Sie Ihren Mund umgehend aus. Zähneputzen sollten Sie meiden, da auf diesem Wege Erreger ins Zahnfleisch gelangen könnten. Insbesondere wenn Sie eine HIV-Infektion nicht sicher ausschließen können, empfiehlt es sich, mit hochprozentigem Alkohol zu spülen.
  • Wenn Sie kein Kondom verwenden möchten: Vermeiden Sie es, Sperma, Scheidensekret oder Menstruationsblut in den Mund zu bekommen! Das senkt das Risiko für Geschlechtskrankheiten. Einen zuverlässigen Schutz bieten allerdings nur Kondome beziehungsweise Dental Dams. Insbesondere wenn Sie eine HIV-Infektion nicht sicher ausschließen können oder gar der Verdacht auf eine Infektion besteht, empfiehlt es sich, mit hochprozentigem Alkohol zu spülen und im Anschluss einen Arzt aufzusuchen. In Form der HIV-Postexpositionsprophylaxe (HIV-PEP) bieten viele Kliniken eine Notfallbehandlung mit Medikamenten an, die eine Infektion mit HIV unter Umständen verhindern kann. Dies bedeutet aber keineswegs, dass man das Risiko dadurch auf die leichte Schulter nehmen kann!
  • Achten Sie auf Körperhygiene bei sich und bei Ihrem Partner bzw. Ihrer Partnerin!
  • Bei kleinen Verletzungen an den Genitalien oder im Mundraum sollten Sie besser auf Oralverkehr verzichten oder Kondome bzw. Dental Dams verwenden.
Das Bild zeigt ein Paar im Bett, die Frau hält ein Kondom in der Hand. © Jupiterimages/BananaStock

Kondome schützen!

Am besten schützen Sie sich beim Oralsex vor Geschlechtskrankheiten, indem Sie Kondome beziehungsweise Dental Dams verwenden!

Wenn Sie den Verdacht haben, sich möglicherweise angesteckt zu haben – etwa, weil Sie körperliche Beschwerden haben oder erfahren, dass Ihr Sexualpartner krank ist –, sollten Sie umgehend einen Arzt aufsuchen. Je eher eine sexuell übertragbare Krankheit behandelt wird, desto größer sind meist auch die Chancen auf Heilung. Zudem können Sie nicht nur Ihre Gesundheit, sondern auch die Ihres Partners oder Ihrer Partnerin schützen, wenn Sie Gewissheit über Ihren Gesundheitszustand haben.

Impfungen

Gegen einige Krankheitserreger kann man sich impfen lassen, so etwa gegen das Humane Papillom-Virus (HPV). Da eine Infektion mit HPV in vielen Fällen die Ursache von Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) ist, heißt die Impfung auch Gebärmutterhalskrebs-Impfung. Die HPV-Impfung zum Schutz vor Gebärmutterhalskrebs wird in Deutschland offiziell seit März 2007 von der Ständigen Impfkommission (STIKO) des Berliner Robert Koch-Instituts für Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren empfohlen. Den größten Nutzen hat die HPV-Impfung, wenn sie vor dem ersten Geschlechtsverkehr erfolgt.

Auch gegen Hepatitis B können Sie sich impfen lassen. Die Impfung gilt als sogenannte Standardimpfung und wird prinzipiell jedem empfohlen. Entsprechend den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) sollten Sie Ihre Kinder (auch schon im Säuglingsalter) impfen lassen.