Männliche Geschlechtsorgane – Anatomie des Mannes: Die äußeren Geschlechtsorgane

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (01. August 2011)

Zu den äußeren männlichen Geschlechtsorganen zählen der Penis und der Hodensack.

Penis (Glied)

Der Penis (Glied) ist ein zylindrisches Organ und lässt sich äußerlich in Penisschaft und Eichel (Glans penis) unterscheiden. Im nicht erregten Zustand ist die Haut des Penis sehr elastisch. Sie ragt bei unbeschnittenen Männern als Vorhaut über die Eichel hinweg und umgibt diese. Bei sexueller Erregung tritt die Eichel unter der Vorhaut hervor. Die Eichel enthält viele Nervenzellen und ist daher sehr empfindlich. An ihrer Unterseite ist die Eichel mithilfe eines dünnen Gewebebändchens (Frenulum) mit der Vorhaut verbunden. Am Frenulum liegen mehrere Talgdrüsen. Der von ihnen produzierte Talg vermischt sich mit abgestorbenen Hautzellen und Bakterien sowie zum Teil mit Urin- und Spermaresten, sodass eine käsige Substanz entsteht: das sogenannte Smegma. Bei ungenügender Intimhygiene sammelt es sich zwischen Vorhaut und Eichel an und beginnt unter Umständen zu riechen.

Im Penisschaft liegen drei Schwellkörper:

  • die beiden nebeneinander liegenden Penisschwellkörper (Corpus cavernosum penis) und
  • der Harnröhrenschwellkörper (Corpus spongiosum penis).

Der Harnröhrenschwellkörper liegt an der Penis-Unterseite und ist um die Harnröhre herum gelagert. Die beiden Penisschwellkörper befinden sich dagegen auf der Oberseite des Penis. Alle drei Schwellkörper sind von einer derben Schutzhülle umgeben. Die Penisschwellkörper enthalten Blutkavernen, die sich im Rahmen einer Erektion mit Blut füllen. Aufeinandergelagerte "Bälkchen" aus glatter Muskulatur, Bindegewebe und Nerven begrenzen diese Blutkavernen

Illustration: Anatomie des Penis.

Anatomie des Penis

Im erschlafften Zustand sind die Arterien verengt und der arterielle Blutzufluss zu den Schwellkörpern ist auf ein Minimum gedrosselt. Ist der Mann sexuell erregt, können die Schwellkörper über große Arterien jedoch rasch mit Blut gefüllt werden, sodass der Penis steif wird (Erektion). Die Erektion des Penis ist darauf zurückzuführen, dass sowohl die Blutgefäße als auch die Wände der Blutkavernen ihren angespannten Muskelzustand verlassen ("erschlaffen").

Als Folge kann nun mehr Blut in den Penis beziehungsweise in dessen Schwellkörper einströmen. Sobald das geschehen ist, zieht sich die Muskulatur zwischen den Blutkavernen zusammen: Der Penis versteift sich. Dabei werden durch den sich aufbauenden Druck die abführenden Venen "zugedrückt" – das verhindert den Rückfluss des Bluts. Über die Venen fließt das Blut bei nachlassender Erregung wieder aus dem Penis ab.

Der Penis ist im erschlafften Zustand durchschnittlich zwischen 7 und 10 Zentimeter lang, bei einer Erektion beträgt die Penislänge von der Peniswurzel bis zur Penisspitze etwa 13 bis 18 Zentimeter, eher selten bis 22 Zentimeter. Der Penisschaft hat im erigierten Zustand einen durchschnittlichen Durchmesser von 3 bis 4 Zentimetern und einen Umfang von circa 12 bis 13 Zentimetern.

Wie sehr ein Penis während der Erektion an Länge und Umfang zunimmt, ist von Mann zu Mann unterschiedlich. Bei manchen Männern ist der Penis bereits in erschlafftem Zustand fast so groß wie während einer Erektion – umgangssprachlich spricht man hier auch von einem Fleischpenis. Bei anderen Männern ist der Penis dagegen im nicht-erregten Zustand eher klein und erreicht erst während einer Erektion volle Länge und Umfang (sog. Blutpenis). Das Ausmaß der Erektion kann zudem auch von Mal zu Mal ein wenig variieren.