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Libido

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (30. September 2016)

© iStock

Das Wort Libido kommt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie Begehren oder Begierde. Gemeint ist damit allgemein sexuelles Verlangen beziehungsweise sexuelle Motivation – also ein Trieb, der auf die sexuelle Befriedigung abzielt. Umgangssprachlich ist in diesem Zusammenhang auch manchmal von "Geilheit“ die Rede.

Während des Geschlechtsverkehrs oder der Selbstbefriedigung laufen bestimmte körperliche Veränderungen ab, die sich in mehrere Phasen unterteilen lassen (sog. sexueller Reaktionszyklus): Als Erstes kommt die Erregungsphase, dann folgen die Plateau- und die Orgasmusphase und am Ende steht die Rückbildungsphase. Die Libido bildet die Vorstufe der eigentlichen Erregung: Diese sogenannte Appetenzphase ist gekennzeichnet durch sexuelle Fantasien oder ein Verlangen nach sexueller Aktivität.

Als mitverantwortlich für die Libido gilt das Hormon namens Testosteron. Dies ist zwar ein männliches Geschlechtshormon, kommt aber sowohl bei Männern als auch bei Frauen vor.

Das Bild zeigt eine Frau in Unterwäsche, die sich lustvoll rekelt. © iStock

Libido bedeutet Begierde oder sexuelles Verlangen.

Demnach steuert die Libido das Bedürfnis nach sexuellen Handlungen. Sie sorgt dafür, dass Menschen sich gegenseitig oder sich selbst berühren möchten, um durch die Berührung der erogenen Zonen des Körpers ihre Lust zu steigern und schließlich sexuelle Befriedigung zu erfahren.

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Aus psychoanalytischer Sicht nach Sigmund Freud ist die Libido eine sexuelle Triebkraft – eine Art Energie, die auf Lustgewinn ausgerichtet ist und sich in körperlicher Erregung ausdrückt.

Nach der – umstrittenen – Theorie Freuds bildet sich die Libido bereits in der Kindheit in verschiedenen Phasen aus:

  • Während der sogenannten oralen Phase (etwa 1. Lebenshalbjahr) konzentriert sich die Triebkraft auf den Mund,
  • während der sogenannten analen Phase (etwa 2. bis 3. Lebensjahr) auf den Analbereich.
  • Schließlich rücken die Geschlechtsorgane in der sogenannten phallischen Phase (bzw. erste genitale Phase) in den Fokus der Begierde: In der letzteren Phase (etwa 4. bis 6. Lebensjahr) entdecken Kinder zum Beispiel, dass es körperliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt.
  • Dieses Interesse an den Genitalien lebt nach einer Ruhephase (bzw. Latenzphase) mit Einsetzen der Pubertät in einer weiteren genitalen Phase wieder auf.

Ungünstige Erfahrungen in der frühen Kindheit können laut Freud angeblich zu einer Fehlentwicklung der Libido führen, die seelische Störungen nach sich ziehen kann.

Unter bestimmten Bedingungen kann auch in späteren Lebensphasen eine Störung des sexuellen Verlangens auftreten – eine sogenannte Libidostörung, bei der es im Extremfall zum völligen Libidoverlust kommt: Dann fehlen über einen längeren Zeitraum sowohl sexuelle Fantasien als auch sexuelles Verlangen.

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