Kindesmissbrauch: Vorbeugen

Veröffentlicht von: Wiebke Raue (07. April 2016)

Auch wenn es keine 100-prozentige Sicherheit gibt: Eltern, Lehrer und andere Vertrauenspersonen können einiges dazu beitragen, um ein Kind vor sexuellem Missbrauch zu schützen. Vorbeugen fängt bereits bei der Erziehung an. Hierzu gehört insbesondere, die Jungen und Mädchen stark zu machen und zu vermitteln, dass sie "Nein-Sagen" können und sich im Zweifelsfall einer Vertrauensperson öffnen sollten. Aber auch eine fundierte und offene Aufklärung über sexuelle Themen sollte selbstverständlich sein.

Vermitteln Sie Ihrem Kind beispielsweise,

  • dass es über seinen Körper selbst bestimmen und Grenzen setzen darf. Es kann selbst entscheiden, welche Berührungen und Gesten es zulassen möchte;
  • dass es jederzeit darüber sprechen kann, wenn ihm etwas passiert ist – auch wenn es dem Täter versprochen hat, zu schweigen;
  • wie es sich zur Wehr setzen und Hilfe holen kann.
Mutter, Vater und Neugeborenes kuscheln im Bett © Jupiterimages/iStockphoto

Vorbeugen beginnt schon bei der Erziehung.

Je stärker das Selbstbewusstsein des Kindes ist, desto weniger kommt es für einen Täter als Opfer infrage. Oft trifft es diejenigen, die besonders verletzlich sind. Die Täter wählen sich häufig Jungen oder Mädchen als Opfer aus, die sich nur schwer wehren können.

Gehen Sie mit gutem Beispiel voran: Wenn Sie zeigen, dass Sie selbst Grenzen setzen und selbstbewusst sind, dann wird auch Ihr Kind besser lernen, sich zu wehren.

Informieren Sie sich über das Thema sexueller Missbrauch und holen Sie sich gegebenenfalls Tipps von einer Beratungsstelle.

Prinzipiell kann sexueller Missbrauch jeden treffen. Besonders gefährdet sind jedoch beispielsweise:

  • Kinder, die kaum Gelegenheit in Familie oder Schule haben, über Sexualität zu sprechen und deswegen nur unzureichend aufgeklärt sind; somit fällt es ihnen schwer, sexuellen Missbrauch als solchen zu erkennen
  • Kinder, die körperlich oder geistig behindert sind; sie können sich zum einen manchmal nicht ausdrücken, zum anderen können die Täter den Missbrauch als "Pflege" tarnen
  • Kinder unter vier Jahren
  • Kinder, die bereits sexuell missbraucht wurden
  • Kinder in Armut; sie sind leichter durch materielles Gut zu "bestechen"
  • Kinder, die gelernt haben, einem Erwachsenen gehorchen zu müssen und nicht widersprechen zu dürfen
  • Kinder, die in einer gewalttätigen Familie aufwachsen, da sie so oft leichter einzuschüchtern sind
  • Kinder, die wenig Fürsorge und Zuwendung erhalten; diese suchen nach Aufmerksamkeit und können somit leichter zum Opfer werden