Anzeige

Anzeige

Jungfernhäutchen (Hymen)

Veröffentlicht von: Wiebke Raue (23. April 2014)

© Jupiterimages/iStockphoto

Viele Menschen glauben, dass das Jungfernhäutchen (Hymen) den Scheideneingang komplett verschließt – tatsächlich umgibt es jedoch die Vaginalöffnung wie eine Art elastischer Saum.

Das Jungfernhäutchen ist – anatomisch gesehen – ein kleines Stückchen Schleimhaut, das sich circa ein bis zwei Zentimeter hinter dem Scheideneingang befindet.

Reißt das Jungfernhäutchen beim ersten Geschlechtsverkehr durch das Eindringen des Penis in die Vagina ein, spricht man von Entjungferung (Defloration) – die Jungfräulichkeit gilt nun als verloren.

Rund um das Thema Jungfernhäutchen kursieren viele Irrtümer: So sind manche Personen der Ansicht, dass das Hymen beim ersten Geschlechtsverkehr zwangsläufig einreißt, was mit einer Blutung verbunden ist. Dies ist allerdings nicht bei allen Frauen der Fall. Häufig dehnt sich das Hymen lediglich, denn es ist sehr elastisch. Auch nach mehrfachem Geschlechtsverkehr kann das Jungfernhäutchen also durchaus noch intakt sein.

Der Zustand des Jungfernhäutchens sagt nicht zwangsläufig etwas darüber aus, ob eine Frau schon Geschlechtsverkehr hatte.

Man sieht eine verschleierte Braut. © Jupiterimages/iStockphoto

In vielen Kulturen gilt Blut auf dem Bettlaken in der Hochzeitsnacht immer noch als Beweis für die Jungfräulichkeit der Braut. Tatsächlich blutet nur etwa jede zweite Frau beim ersten Geschlechtsverkehr.

Immer wieder liest man, dass das Jungfernhäutchen durch Tampons, Sport oder auch Masturbation reißen kann. Ein Irrtum: In der Regel dehnt sich das Hymen beim Einführen eines Tampons lediglich und wird nicht verletzt. Auch Sport (z.B. Laufen, Springen, Gymnastik, Spagat, Fahrradfahren, Reiten) führt normalerweise nicht dazu, dass das elastische Jungfernhäutchen einreißt.

Wird bei der Masturbation nur die Klitoris stimuliert, besteht für das Jungfernhäutchen keine Gefahr. Auch wenn die Frau einen Finger in die Vagina einführt, verletzt sie das Jungfernhäutchen normalerweise nicht, sondern weitet damit höchstens die Öffnung. Nur, wenn man größere Gegenstände in die Scheide steckt, könnte das Hymen einreißen.

Das Jungfernhäutchen

  • verschließt den Scheideneingang für gewöhnlich nicht, sondern umrandet ihn
  • reißt nicht zwangsläufig beim ersten Geschlechtsverkehr ein
  • ist sehr flexibel und kann weder beim Sport noch durch den Gebrauch von Tampons reißen
  • kann ganz unterschiedlich aussehen (von glatt bis ausgefranst)

Medizinisch gesehen hat das Jungfernhäutchen für die Frau im Grunde keine Bedeutung. Aus kultureller und religiöser Sicht spielt das Hymen eine deutlich größere Rolle. Ein intaktes Jungfernhäutchen gilt in vielen Kulturen immer noch als Zeichen für die Jungfräulichkeit der Frau – und somit auch für ihre sexuelle Abstinenz beziehungsweise "Reinheit".

Anzeige

Dass das Jungfernhäutchen beim ersten Mal reißt und blutet, muss jedoch fast als Mythos angesehen werden. Denn nur bei etwa jeder zweiten Frau ist eine Entjungferung überhaupt mit einer Blutung verbunden – und wenn, dann ist diese eher schwach. Auch Schmerzen müssen nicht zwangsläufig auftreten.

Viele Mädchen / Frauen bluten beim ersten Geschlechtsverkehr nicht.

Manche Experten vermuten, dass der Mythos vom blutigen Hochzeitslaken und einer mit großen Schmerzen verbundenen Entjungferung aus einer Zeit kommt, in der vor allem jüngere Mädchen mit erwachsenen Männern zwangsverheiratet wurden. Die Blutungen waren bei ihnen wahrscheinlich nicht auf das eingerissene Jungfernhäutchen, sondern auf Verletzungen im Genitalbereich zurückzuführen.

Anzeige


Anzeige