Jungfernhäutchen (Hymen): Entstehung und Entwicklung

Veröffentlicht von: Wiebke Raue (23. April 2014)

Das Jungfernhäutchen (Hymen) entsteht bereits während der Embryonalentwicklung im Mutterleib, wenn sich die Geschlechtsorgane ausbilden.

Anfangs verschließt das Hymen die vaginale Öffnung des Embryos noch vollständig. Das Jungfernhäutchen kann als eine Art Überbleibsel eines Gewebes angesehen werden, das die Vagina von einem embryonalen Vorläufer der Harn- und Geschlechtsorgane (sog. Sinus urogenitalis) trennt.

Durch den Einfluss der mütterlichen Östrogene (weibliche Sexualhormone) öffnet sich das Jungfernhäutchen schließlich kurz vor der Geburt – und ermöglicht so, dass später Vaginalsekrete und Menstruationsblut abfließen können.

Nach der Geburt verändert sich das Aussehen des Hymens. Bei Neugeborenen ist das Jungfernhäutchen eher weich, weißlich und rosig. Es bildet meist eine Art breiteren Ring um die Vaginalöffnung und wirkt dick und wulstig.

Man sieht ein Ultraschallbild. © Jupiterimages/iStockphoto

Erst kurz vor der Geburt öffnet sich das Hymen.

Bis zum zweiten Lebensjahr lässt die Wirkung der mütterlichen Östrogene beim Kleinkind langsam nach. Das wirkt sich auch auf das Jungfernhäutchen aus: Das Hymen bildet sich etwas zurück, bekommt mehr Spannung und von dem anfangs ringförmigen Saum um die Vaginalöffung bleibt nun bei den meisten Mädchen nur der untere, zum Gesäß hin gelegene Teil übrig. Das Jungfernhäutchen wirkt nun dünner, glattrandiger und, da es stärker durchblutet wird, auch rötlicher.

Mit Beginn der Pubertät steigt bei jungen Mädchen der Östrogenspiegel an. Das Hymen sieht dadurch wieder matter aus, das Gewebe wirkt wulstiger und dicker und wird nun auch wieder weicher.