Jungfernhäutchen (Hymen): Anatomie

Veröffentlicht von: Wiebke Raue (23. April 2014)

Das Jungfernhäutchen (Hymen) ist eine weiche, elastische Schleimhautfalte, die die vaginale Öffnung wie ein Saum umgibt – das Hymen ist also in den meisten Fällen nicht komplett geschlossen.

Das Jungfernhäutchen liegt nicht innerhalb, sondern außerhalb der Scheide. Es verschließt den Scheideneingang nicht.

Dass das Jungfernhäutchen nicht fest verschlossen ist, sondern eine Öffnung hat, ist wichtig. Zum einen müssen Sekrete ungehindert aus der Vagina gelangen können. Zum anderen muss das Menstruationsblut nach Einsetzen der ersten Periode aus der Scheide abfließen können.

Das Aussehen des Jungfernhäutchens unterscheidet sich von Frau zu Frau. In der Regel besitzt das Hymen eine einzelne, eher kleine Öffnung oder mehrere kleine Öffnungen. Bei manchen Frauen hat das Jungfernhäutchen auch eine einzelne große Öffnung. In manchen Fällen kann das Hymen wie zerrissen aussehen, ohne es tatsächlich zu sein. Hin und wieder fehlt das Jungfernhäutchen sogar ganz.

Illustration: Jungfernhäutchen

Anatomie des Jungfernhäutchen

Nur in sehr seltenen Fällen verschließt das Jungfernhäutchen den vaginalen Eingang vollständig – Mediziner sprechen dann von einer Hymenalatresie. In solch einem Fall muss der Frauenarzt in einem kurzen, harmlosen Eingriff das Hymen künstlich öffnen, damit es nicht zu gesundheitlichen Problemen kommt. Ohne einen solchen Eingriff würde sich Menstruationsblut in der Vagina stauen und bis in Gebärmutter und Eileiter gelangen, was zu eitrigen, schmerzhaften Entzündungen führen kann.