Homosexualität: Geschichte

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (21. Oktober 2011)

Das Ansehen von Homosexualität in der Gesellschaft und die rechtliche Situation waren im Laufe der Geschichte großen Wandlungen unterworfen. Im alten Griechenland zum Beispiel war Homosexualität eine weit verbreitete Art der Liebesbeziehung und gesellschaftlich voll akzeptiert.

Im Christentum wurde die Homosexualität geächtet. Diese Einstellung entstand aus dem Glauben, dass Lust und Sexualität als Sünde anzusehen seien und nur in der Ehe zur Zeugung von Kindern geduldet werden dürften. Homosexualität galt daher als schweres Verbrechen gegen Gott und die Natur des Menschen. Auch heute noch gilt im Christentum offiziell die Homosexualität als Sünde.

In der Zeit der Aufklärung und der französischen Revolution wurde Homosexualität weniger als Verbrechen und mehr als Krankheit, die es zu heilen galt, angesehen. Bis zum Jahr 1794 wurde Homosexualität in Preußen noch mit dem Tod bestraft. Die Todesstrafe wurde dann in eine Gefängnisstrafe umgewandelt. Diese Strafe wurde 1872 als § 175 in das Strafgesetzbuch des Deutschen Reichs aufgenommen.

1919 gründete der Arzt Magnus Hirschfeld in Berlin das Institut für Sexualwissenschaft. Mit dem wissenschaftlichen Beweis, dass Homosexualität angeboren ist, wollte er für eine Streichung des § 175 werben.

Noch bis 1969 bestand der § 175 in der von den Nationalsozialisten verschärften Fassung weiter, was vom Bundesverfassungsgericht 1957 als rechtmäßig anerkannt wurde. Die Polizei arbeitete bis dahin mit Spitzeln in der schwulen Subkultur und geheimen Rosa Listen, auf denen Namen homosexueller Männer verzeichnet waren. Im September 1969 wurde der § 175 dahingehend geändert, dass Homosexualität nur noch mit Männern unter 21 Jahren als strafbar galt. Eine weitere Reform fand 1973 statt, als die Altersgrenze auf Personen unter 18 Jahren gesenkt wurde. Erst 1994 im Zuge der Rechtsangleichung mit der DDR wurde der Paragraph völlig gestrichen und dem Sexualstrafrecht der Heterosexuellen angepasst.

Rechtliche Aspekte im Ausland

In praktisch allen westlichen Industrieländern ist Homosexualität nicht strafbar. In vielen Ländern des islamischen Kulturkreises wird sie jedoch bestraft – in einer Reihe von Ländern sogar mit dem Tod, so etwa in Afghanistan, Sudan, Irak und Iran.