Entjungferung (Defloration): Hymenrekonstruktion (Hymenoplastik)

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (26. Juni 2014)

Bei einer Entjungferung (Defloration) zerreißt das Jungfernhäutchen (Hymen). Frauen, die ihr zerrissenes Jungfernhäutchen wiederherstellen und damit ihre Defloration rückgängig machen möchten, können das chirurgisch mithilfe der sogenannten Hymenrekonstruktion tun. In europäischen Ländern ist solch ein operativer Eingriff für rund 500 bis 4.000 Euro möglich. Andere Begriffe für eine Hymenrekonstruktion sind Hymenoplastik oder Hymenorrhaphie – sie zählt zum Bereich der Scheidenplastik (Vaginoplastik).

Der Wunsch nach einer Hymenrekonstruktion hat häufig soziokulturelle Gründe. Vor allem Frauen, in deren Kulturkreis es wichtig ist, jungfräulich in die Ehe zu gehen, stehen in dieser Hinsicht oft unter großem gesellschaftlichem Druck. In manchen Ländern müssen Frauen ihre Jungfräulichkeit vor der Ehe medizinisch durch einen Arzt oder eine Hebamme nachweisen lassen.

Als Beweggründe dafür, das Jungfernhäutchen wiederherstellen zu lassen, geben betroffene Frauen oft folgende an:

  • Die Angst vor gesellschaftlicher Abwertung, wenn festgestellt wird, dass die Frau bei der Hochzeit nicht mehr jungfräulich ist.
  • Den Wunsch nach einer Art Liebesbeweis, der dem Lebenspartner zeigt, wie sehr man ihn liebt und respektiert.

Wie häufig ein Hymenoplastik vorgenommen wird, lässt sich nicht genau sagen. Die Nachfrage nach solch einem operativen Eingriff nimmt jedoch auch in Deutschland langsam zu. Vor allem junge Frauen aus der Türkei, dem Balkan oder arabischer Herkunft interessieren sich in Deutschland dafür, wie man das Jungfernhäutchen operativ wiederherstellen kann.

Für die Hymenoplastik gibt es bis jetzt keine medizinischen Richtlinien, genauso wenig wie wissenschaftliche Studien über die möglichen Risiken und Komplikationen. Ärzte, die eine Hymenrekonstruktion durchführen, lernen die Techniken vor allem von anderen Medizinern. Außerhalb Europas kann die Hymenoplastik zudem aufgrund der Tabuisierung des Themas oft nicht in öffentlichen Krankenhäusern vorgenommen werden, sodass die Betroffenen andere Operateure aufsuchen müssen.