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Ehebruch

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (11. Dezember 2007)

© Jupiterimages/iStockphoto

Unter einem Ehebruch versteht man, wenn ein Ehepartner eine außereheliche sexuelle Beziehung eingeht – also seinen Partner betrügt. Hierzulande ist der Begriff mittlerweile nicht mehr allzu geläufig. Er wurde umgangssprachlich fast vollständig durch die Begriffe Fremdgehen oder Seitensprung abgelöst.

All diese Bezeichnungen stehen für ein sexuelles Erlebnis außerhalb einer Partnerschaft – und auf der anderen Seite meist auch für persönliches Leid. Denn viele Menschen leiden darunter, wenn der Partner untreu geworden ist: Ein Ehebruch stellt in vielen Fällen auch einen Vertrauensbruch dar. Um diesen und die damit verbundene Trauer und Betroffenheit zu überwinden, kann manchmal ärztliche beziehungsweise psychologische Hilfe erforderlich sein.

Geschichte

In der Vergangenheit wurde der Ehebruch zwischen den beiden Geschlechtern unterschiedlich bewertet: In den meisten Kulturen war die Frau dem Mann unterstellt, zudem wurde ihr ein niedrigerer Wert zugesprochen. Die Frau galt mehr oder minder als das Eigentum des Mannes. Sexuelle Handlungen mit einem anderen Mann kamen daher einem Verlust des Eigentums gleich und wurden oft auch mit einem Verlust der Ehre.

Im antiken Griechenland ächtete und bestrafte man in der Regel nur der Ehebruch der Frau, männliche Ehebrecher kamen hingegen straffrei davon. Im Mittelalter gab es dann zwar auch Strafen für männliche Ehebrecher – diese Sanktionen fielen in der Regel jedoch deutlich milder aus als bei Frauen. Bei Herrschern und Adligen wurden sie zudem meist gar nicht angewendet: Diese hatten oft zahlreiche Konkubinen.

Auch noch zu Beginn des 19. Jahrhunderts unter der Regentschaft von Napoleon führte ein Ehebruch der Frau zwangsläufig zur Scheidung und einer harten Bestrafung. Heutzutage sind die Geschlechter hierzulande rechtlich gleichgestellt was den Ehebruch betrifft. Dennoch wird der Ehebruch einer Frau gesellschaftlich häufig noch immer negativer bewertet als der eines Mannes.

Rechtliche Aspekte

In Deutschland steht Ehebruch nicht unter Strafe – er gilt "lediglich" als Verletzung der aus der Ehe folgenden Verpflichtung zur ehelichen Lebensgemeinschaft.

BGB § 1353 Eheliche Lebensgemeinschaft:

(1) Die Ehe wird auf Lebenszeit geschlossen. Die Ehegatten sind einander zur ehelichen Lebensgemeinschaft verpflichtet; sie tragen füreinander Verantwortung.

Bis zur Sexualstrafreform 1969 konnte Ehebruch in Deutschland bestraft werden. Seitdem wird Ehebruch nicht mehr strafrechtlich sanktioniert. Bis 1977 konnte eheliches Fremdgehen ein Grund für eine schuldhafte Scheidung sein.

Auch in den meisten anderen Industrienationen ist Ehebruch nicht strafbar. In einigen Ländern ist er aber immer noch – vor allem, wenn er von Frauen begangen wurde – mit erheblichen sozialen Missachtungen verbunden und oft auch ein Grund für eine Scheidung. In manchen islamisch geprägten Ländern und Naturvölkern drohen bei Ehebruch noch immer drastischen Sanktionen bis hin zur Todesstrafe.


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