Beschneidung beim Mann (Zirkumzision): Medizinisches

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (22. Januar 2013)

Bei der medizinischen Beschneidung beim Mann (Zirkumzision) entfernt der Arzt die Vorhaut des Penis vollständig oder teilweise. Die Vorhaut ist ein kleiner beweglicher Hautlappen, der die Eichel des Penis umschließt. Als Folge einer Beschneidung liegt die Eichel frei; die empfindliche Haut der Eichel verändert sich im Laufe der Zeit derart, dass sie sich verdickt. Dies dient dem Schutz der Eichel gegenüber Reizung und Trockenheit.

Als Gründe für eine Beschneidung von Jungen führte man lange Zeit an, dass dies die Häufigkeit für Peniskrebs und für Harnwegsinfektionen (beides aufgrund der besseren Hygiene) senke. Dies hat sich mittlerweile jedoch als unwesentlicher Faktor herausgestellt – insbesondere für Männer in den Industrieländern und sogenannten Schwellenländern, in denen alle Möglichkeiten für eine angemessene Körperhygiene gegeben sind.

Bei einer Vorhautverengung (Phimose) kann eine Beschneidung beim Jungen oder Mann medizinisch notwendig sein. Bei unkomplizierter Phimose bis zum dritten Lebensjahr wartet man ab, ob sich der Befund bessert – eine Vorhautverengung ist bei Säuglingen normal; sie bildet sich gewöhnlich in den ersten Lebensmonaten zurück.

Rechtliches

Die Beschneidung von männlichen Kindern und Jugendlichen (Zirkumzision) ist in Deutschland, wie jeder medizinische Eingriff, juristisch betrachtet eine Körperverletzung, bei der eine gewisse Menge an Gewebe entfernt wird. Mit rechtswirksamer Einwilligung der Eltern wird er jedoch juristisch nicht verfolgt.

Nachdem dies in der Vergangenheit wiederum als rechtswidriger Vorgang sowohl im Rahmen der jüdischen als auch muslimischen Beschneidung in Deutschland diskutiert wurde, legte der Deutsche Bundestag in einem Gesetz fest, dass die medizinisch fachgerechte Beschneidung von Jungen ohne unnötige Schmerzen auch in Zukunft weiter zulässig ist.