Beschneidung beim Mann (Zirkumzision): Historisches

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (22. Januar 2013)

Die Beschneidung beim Mann (Zirkumzision) ist eine sehr früh überlieferte, vorwiegend religiös motivierte Handlung. Die Vorhaut des Penis wird in der Regel unter örtlicher Betäubung ganz oder teilweise entfernt; Kinder werden auch in Vollnarkose beschnitten. Im Judentum beruht das Ritual der Beschneidung auf einer biblischen Überlieferung: Gott hat Abraham "angewiesen", dass alle Neugeborenen am achten Lebenstag und nicht vorher beschnitten werden sollen. Noch heute wird daher im Judentum meist am achten Lebenstag die Zirkumzision vorgenommen.

Neben den religiösen Gründen vermutet man auch rationale Überlegungen hinter der Beschneidung: Sie könnte vor allem aus hygienischen Gründen praktiziert worden sein, da es in den Ursprungsregionen der religiösen Gemeinschaften an Wasser mangelte und man mit der Zirkumzision eine gewisse Sexualhygiene erreichen konnte: Smegma nennt sich das Sekret zwischen Vorhaut und Eichel; in ihm können sich Krankheitserreger befinden, die eine mögliche Quelle für Penisinfektionen beziehungsweise Scheideninfektionen durch Geschlechtsverkehr sein können. Wird die Vorhaut durch die Beschneidung entfernt, kann sich das Smegma nicht mehr ansammeln, was die Infektionsgefahr senkt. Bei ausreichender Hygiene ist ein "vorbeugendes" Entfernen der Vorhaut aus medizinischer Sicht jedoch nicht nötig.