Zwillinge, Mehrlinge: Zwillingsgeburt

Veröffentlicht von: Sandra von dem Hagen (31. Juli 2017)

Ab der 28. Schwangerschaftswoche wird die Schwangere engmaschig ambulant überwacht und bei Komplikationen stationär aufgenommen. Kommen die Zwillinge nicht ohnehin früher zur Welt, wird spätestens ab der 38. Schwangerschaftswoche die Geburt eingeleitet oder ein Kaiserschnitt gemacht, um Risiken im weiteren Verlauf der Schwangerschaft zu vermeiden.

Wenn ein Kaiserschnitt nicht nötig ist, unterscheidet sich die Geburt des ersten Zwillings nicht von der normalen Geburt eines einzelnen Kindes. Wegen der Überdehnung der Gebärmuttermuskulatur tritt aber häufig eine Wehenschwäche auf, was die Gabe von Medikamenten, zum Beispiel Oxytocin-Infusionen, zur Verbesserung der Wehentätigkeit notwendig macht.

Die Geburt des zweiten Zwillings muss innerhalb von 15 bis 20 Minuten nach dem ersten Zwilling erfolgen, da das zweite Kind aufgrund der Gebärmutterverkleinerung und der Gefahr der vorzeitigen Lösung der Plazenta gefährdet ist. Ist der Zwilling nach 20 Minuten nicht geboren, wird er entweder mithilfe einer Saugglocke oder Zange geboren oder, wenn nötig, per Kaiserschnitt.

Liegen die Zwillinge ungünstig, sind besonders klein oder unterentwickelt oder im Gegenteil besonders groß, wird von vornherein ein Kaiserschnitt eingeplant.

Älteren Frauen, die ihre erste Geburt erleben, wird bei Mehrlingsgeburten immer ein Kaiserschnitt empfohlen. Wenn die Schwangerschaft unauffällig verlief, kann bei günstigen Bedingungen aber auch eine Normalgeburt angestrebt werden. Nach der Geburt werden Mutter und Kinder sorgfältig überwacht, um Komplikationen rechtzeitig zu erkennen.

Grundsätzlich ist es sinnvoll, Zwillinge in einer Klinik zur Welt zu bringen, der eine Kinderklinik angeschlossen ist.