Ultraschall in der Schwangerschaft: Wie funktioniert der Ultraschall?

Veröffentlicht von: Sandra von dem Hagen (23. November 2016)

Beim Ultraschall fährt Ihr Arzt mit einem Ultraschallkopf über Ihren Bauch – in der Frühschwangerschaft allerdings wird der Ultraschall vaginal, also über die Scheide, durchgeführt. Der Schallkopf für die vaginale Untersuchung ist stabförmig. Dieser Kopf ist sowohl der Sender als auch der Empfänger von Schallsignalen. Ein Gel wird auf Ihren Bauch oder direkt auf den Schallkopf aufgetragen, um die Schallübertragung zu verbessern.

Der Ultraschall arbeitet mit dem Prinzip des Echolots. Kontinuierlich oder impulsartig werden vom Schallkopf Schallwellen mit Frequenzen oberhalb des Hörbereichs des Menschen (in der Geburtshilfe etwa drei bis fünf Megahertz) in den Körper ausgesendet. Die verschiedenen Gewebe im Körper setzen der Schallausbreitung unterschiedlichen Widerstand entgegen. An den Grenzflächen zweier Gewebearten kommt es zur Schallreflexion (Echogenität). Die Echogenität ist beim Knochen am höchsten.

Video: Ultraschall in der Schwangerschaft – was passiert dabei?

Der bildgebende Ultraschall

Die unterschiedliche Echointensität wird vom Schallkopf aufgefangen und im Gerät in elektrische Signale umgewandelt. Beim bildgebenden Ultraschall werden diese Signale am Monitor in Lichtpunkte unterschiedlicher Helligkeit umgesetzt und zu Einzelbildern zusammengefügt. Durch Schwenken des Schallkopfes entsteht ein räumlicher Eindruck der untersuchten Strukturen.

Der Doppler-Ultraschall

Der Doppler-Ultraschall (genannt nach seinem Erfinder Christian Doppler) kann die Geschwindigkeit von sich bewegenden Strukturen messen. Trifft eine pulsartig ausgesandte Schallwelle mit einer bestimmten Frequenz zum Beispiel  auf das sich bewegende Herz oder auf ein rotes Blutkörperchen im strömenden Blut, wird die reflektierte Schallwelle in Abhängigkeit von der Geschwindigkeit in seiner Frequenz verändert (Doppler-Effekt). Diese Frequenzverschiebung liegt im hörbaren Bereich, das heißt man kann die Blutströmung zum Beispiel in der Nabelschnurarterie oder im Herzen als ein Zischen hören. Aus den rhythmischen Herzbewegungen lässt sich dann die Herzfrequenz errechnen.

Die Doppler-Technik findet Verwendung ...

  • zum einfachen Bestimmen der kindlichen Herztöne etwa ab der 12. SSW,
  • bei der Herztonaufzeichnung beim CTG (Kardiotokograph) und
  • bei gezielter Fragestellung zur Untersuchung der mütterlichen Durchblutung in der Gebärmutter, in der Plazenta und im kindlichen Kreislauf. Beim Letzteren wird der bildgebende Ultraschall mit dem Doppler-Ultraschall in einem Messkopf kombiniert (sog. Duplexsonographie).

Grenzen der Ultraschalldiagnostik

Zahlreiche Fragen der Schwangerschaft lassen sich mithilfe des Ultraschalls eindeutig beantworten. Ob das Kind in Schädellage liegt oder das Herz schlägt, können auch Sie selbst leicht auf dem Bildschirm erkennen.

Doch es gibt Grenzen:

  • Wenig Fruchtwasser und sehr dicke mütterliche Bauchdecken beeinträchtigen eine gute Bildgebung.
  • Die Gewichtsbestimmung beim Embryo mittels Ultraschall ist immer eine Schätzung und wird umso ungenauer, je später sie in der Schwangerschaft stattfindet.
  • Leichte Fehlbildungen kann auch ein erfahrener Untersucher übersehen.
  • Bestimmte Fehlbildungen sind im Frühstadium nicht erkennbar.
  • Fehlentwicklungen ohne grobe strukturelle Defekte können mittels Ultraschall nicht vor der Geburt diagnostiziert werden.