Ernährung in der Schwangerschaft: Verbotenes und Alternativen

Veröffentlicht von: Sandra von dem Hagen (15. März 2017)

Eine Reihe von Lebensmitteln gelten in der Schwangerschaft als "verbotene Lebensmittel", da sie Risiken für Mutter und Kind bergen. Es gibt jedoch vielerlei Möglichkeiten, sich ohne größere Einschränkungen während der Schwangerschaft gesund und mit Genuss zu ernähren.

Als Faustregel gilt: Essen Sie in der Schwangerschaft keine rohen tierischen Produkte und waschen Sie rohes Obst und Gemüse gründlich.

Gut zu wissen: Rohmilchprodukte müssen in Deutschland auf der Verpackung als solche gekennzeichnet sein. Das macht es Ihnen einfacher, entsprechende Lebensmittel zu erkennen und während der Schwangerschaft zu meiden.

Produktgruppe kein Problem lieber nicht
Milch & Milchprodukte alle pasteurisierten Milchprodukte

Tipp: Rohmilchprodukte müssen in Deutschland auf der Verpackung als solche gekennzeichnet sein.
Rohmilch und Rohmilchprodukte:

Rohmilch-Mozzarella

Käserinde

Brie

Camembert

Feta

Edelpilzkäse
Obst & Gemüse geschältes und gewaschenes Obst & Gemüse sowie gründlich gewaschene Salate

gegartes und gekochtes Gemüse

gegarte Keimlinge und Sprossen

erhitztes Obst (z.B. Apfelkompott)

Tipp: Vor dem Essen gründlich waschen, schälen und anschließend die Hände waschen!
rohes ungewaschenes Obst & Gemüse oder Salate

abgepackte Salate

nicht erhitzte Sprossen und Keimlinge
Getreideprodukte Brot & Brötchen

Backwaren ohne Füllung

Müsli & Getreideflocken

erhitzte Getreideprodukte (z.B. Breie)
Frischkornbreie

Getreidekeimlinge

Backwaren mit Füllung (hier ist nicht sichergestellt, dass die eihaltigen Füllungen durchgebacken sind)
Getränke Grüner Tee: enthält auch, aber weniger Koffein

entkoffeinierter Kaffee

koffeinfreie Limonaden

Fruchtsäfte

Mineralwasser

Kräuter- und Früchtetee

alkoholfreies Bier oder alkoholfreier Sekt

Tipp: empfohlene Höchstmenge Koffein: < 5–6 mg Koffein pro Kilogramm Körpergewicht, also durchschnittlich 300 mg Koffein (entspricht ca. 2 Tassen Kaffee) bei einer 60 kg schweren Person
Alkohol

frisch gepresste Säfte an Ständen oder in Supermärkten

Koffein: Kaffee, Kakao, Schwarzer Tee, Cola, Energy Drinks, (dunkle) Schokolade
Fleisch alle anderen Fleischprodukte, z.B.:

Brüh- und Kochwurst (Wiener Würstchen, Leberwurst, Mortadella, …)

gekochter Schinken

gekochtes Kasseler

Fleischsalate / Feinkostsalate mit Konservierungsstoffen

Tipp: Händewaschen nach Kontakt zu rohen Fleischprodukten oder Saft solcher Produkte; Fleisch frittieren; getrennte Messer und Schneidebretter für Fleisch und andere Lebensmittel
Leber

Fleischsalate / Feinkostsalate ohne Konservierungsstoffe

(halb)rohes Fleisch:

Carpaccio (rohes Rindfleisch)

Tartar

Mett

roher Schinken, z.B. Lachsschinken, Serranoschinken, rohes Kasseler, Parmaschinken

unerhitzte Fleischprodukte

nicht vollständig durchgebratenes Fleisch

frische Wurstaufstriche

rohe Wurst z.B. Salami, Mettwurst

Teewurst
Fisch gegarter, gebratener oder heiß geräucherter Fisch

Meeresfrüchte in Dosen

Fischdauerkonserven (z.B. Thunfisch aus der Dose)

Tipp: empfohlene Höchstmenge: mindestens 1, höchstens 3 Portionen Fisch pro Woche
roher Fisch und Erzeugnisse mit rohem Fisch: Sushi, Sashimi, eingelegter Hering, Meeresfrüchte aus dem Kühlregal

Feinkostsalate mit Fisch

kalt geräucherter Fisch

Süßstoffe Süßstoffe:
Sucralose

Aspartam

→ in Maßen (etwa zwei künstlich gesüßte Speisen am Tag)

Zucker: in Maßen
Süßstoffe:
Saccharin

Stevia (nicht ausreichend untersucht)

Süßende Zusätze auf Kräuterbasis
Sonstiges industriell hergestellte Süßspeisen und Mayonnaise (die Eier sind hier durchgegart)

abgepackte Oliven

Frucht- und Milchspeiseeis
rohe oder halbrohe Eier sowie Produkte, die Ei enthalten und nicht ganz durchgegart sind (z.B. Tiramisu)

Lebensmittel aus offenen Theken (Oliven, belegte Brötchen, Sandwiches)

Softeis

Generell gilt, dass Sie beim Umgang mit rohen Lebensmitteln während der Schwangerschaft vorsichtig sein sollte. Nach dem Bearbeiten roher Lebensmittel sollten Sie immer die Hände sowie die Lebensmittel abwaschen.

Braten, Dämpfen, Frittieren und gut Durchkochen reicht in der Regel aus, um schädliche Krankheitserreger in Lebensmitteln zu zerstören.