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Siamesische Zwillinge

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (24. Februar 2014)

© Jupiterimages/F1online

Als siamesische Zwillinge oder Doppelfehlbildung werden eineiige Zwillinge bezeichnet, die sich im Mutterleib nicht vollständig voneinander getrennt haben. Siamesische Zwillinge können an verschiedenen Körperstellen miteinander verbunden sein – am häufigsten sind Verbindungen im Brustbereich.

Je nachdem, an welchen Körperstellen die siamesischen Zwillinge miteinander verbunden sind, gibt es unterschiedliche Bezeichnungen:

  • Thorakopagus: im Brustbereich verbunden (70%)
  • Ischiopagus: im Hüftbereich verbunden (5%)
  • Kraniopagus: am Kopf verbunden (< 2%)
  • Omphalopagus: im Bauchbereich verbunden
  • Pygopagus: am Steiß verbunden

Die Bezeichnung der Doppelfehlbildung als siamesische Zwillinge geht auf die Zwillinge Eng und Chang Bunker (1811-1874) aus Thailand (früher Siam) zurück.

Ob die Schwangere siamesische Zwillinge erwartet, kann im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen in der Schwangerschaft festgestellt werden. Der Frauenarzt kann die werdende Mutter dann über Möglichkeiten eines Schwangerschaftsabbruchs aufklären beziehungsweise besprechen, ob es möglich ist, die siamesischen Zwillinge später operativ zu trennen.

Siamesische Zwillinge operativ zu trennen birgt ein großes Risiko und ist nur möglich, wenn jeder Zwilling alle lebensnotwendigen Organe hat.

Wie bilden sich siamesische Zwillinge?

Siamesische Zwillinge können entstehen, wenn sich eineiige Zwillinge in einem bestimmten Entwicklungsstadium nicht vollständig voneinander trennen.

Eineiige Zwillinge können in verschiedenen Stadien der embryonalen Entwicklung entstehen – für gewöhnlich 1 bis etwa zwölf Tage nach der Befruchtung. Nur bei einer äußerst seltenen Form der Zwillingsbildung (Trennung nach dem zwölften Tag) kann es zu einer unvollständigen Trennung und damit zu siamesischen Zwillingen kommen.

Illustration: Entstehung von Zwillingen

Verschiedene Möglichkeiten der Ausbildung von Zwillingen. Nur bei einer fehlerhaften Trennung nach dem 12. Tag kann es zu siamesischen Zwillingen (d) kommen.

Bei der Ausbildung von eineiigen Zwillingen kann die Trennung der Embryonen voneinander in verschiedenen Stadien der Embryonalentwicklung erfolgen. In der Grafik ist Folgendes zu sehen:

  1. Trennung der Embryonen zwischen dem 1. und 3. Tag nach der Befruchtung (Morula-Stadium): Zu dieser Zeit entstehen zwei vollständig getrennte Keimblasen (Blastozysten). Jeder Zwilling hat eine eigene Fruchtblase und eine eigene Plazenta (Mutterkuchen).
  2. Trennung der Embryonen zwischen dem 4. und 8. Tag nach der Befruchtung (Blastozystenstadium): Jeder Zwilling hat eine eigene Fruchtblase, beide teilen sich aber eine Plazenta.
  3. Trennung ab dem 9. Tag nach der Befruchtung (äußerst selten): Trennen sich die Embryonen, nachdem sich der Fruchtsack (Amnion) ausgebildet hat, teilen sich die Zwillinge eine Fruchtblase und eine.
  4. Trennung nach dem 12. Tag nach der Befruchtung: Die Embryonen können sich nicht vollständig voneinander trennen (siamesische Zwillinge).

Häufigkeit

Siamesische Zwillinge gibt es sehr selten. Das liegt zum einen daran, dass sich diese Form der eineiigen Zwillinge äußert selten bildet. Außerdem werden viele Schwangerschaften mit siamesischen Zwillingen frühzeitig abgebrochen oder enden in einer Fehlgeburt. Die Lebenserwartung von siamesischen Zwillingen ist zudem recht niedrig – viele überleben bereits die ersten Tage nach der Geburt nicht.

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Die Wahrscheinlichkeit, dass sich nach der Befruchtung siamesische Zwillinge ausbilden, liegt bei 1:60.000 bis 1:200.000. Bei etwa drei bis vier von 1.000 Geburten kommen eineiige Zwillinge zur Welt. Nur ein Prozent dieser Geburten sind siamesische Zwillinge.

Mit 70% sind siamesische Zwillinge am häufigsten im Brustbereich miteinander verbunden. Etwa 5% der siamesischen Zwillinge sind an der Hüfte vereinigt, weniger als 2% am Kopf.

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