Schwangerschafts­beschwerden: Schwangerschaftsstreifen

Veröffentlicht von: Sandra von dem Hagen (27. Mai 2015)

Insbesondere in den letzten Monaten der Schwangerschaft können sich Dehnungsstreifen bilden – die sogenannten Schwangerschaftsstreifen (Striae gravidarum).

Dehnungsstreifen sind nicht gefährlich. Sie können für eine Frau jedoch psychisch sehr belastend sein. Viele Frauen leiden unter dem vermeintlichen Makel an ihrem Körper.

Wer im Vorfeld ein paar Dinge beachtet, kann das Risiko reduzieren, dass sehr intensive Schwangerschaftsstreifen entstehen. Aber auch, wenn die lästigen Hautveränderungen bereits vorhanden sind, kann man diese durch entsprechende Behandlung mindern.

Am Bauch verlaufen Schwangerschaftsstreifen in der Regel von oben nach unten, während sie an der Brust strahlenförmig zur Brustwarze hin angeordnet sind. Manchmal sind auch die Oberarme und Oberschenkel betroffen. Die Dehnungsstreifen sind etwa einen bis mehrere Zentimeter lang und können bis zu zwei Zentimeter breit werden. Sie haben eine unebene Oberfläche. Die ersten Streifen sind in der Regel nicht vor der 16. Schwangerschaftswoche sichtbar; meist bilden sie sich erst gegen Ende der Schwangerschaft.

Nach der Geburt verblassen die Schwangerschaftsstreifen und nehmen eine silbrig-weiße Farbe an – ganz verschwinden sie jedoch nicht.

Ursachen

Im Laufe der Schwangerschaft wird der Bauch der Schwangeren nach und nach größer. Die Haut muss sich immer mehr dehnen. Das Bindegewebe sorgt dafür, dass die Haut elastisch bleibt. Es besteht aus einem sehr feinen Netz aus kollagenhaltigen Fasern. Wird die Haut stark gedehnt, trennen sich einzelne Fasern, sodass feine Risse in der Unterhaut entstehen. Die Haut an Bauch, Hüften, Busen und Schenkeln wird während der Schwangerschaft stark beansprucht: Das Hormon Kortisol, welches während der Schwangerschaft vermehrt ausgeschüttet wird, ist in dieser Zeit dafür verantwortlich, dass das Unterhautgewebe weniger elastisch ist, sodass es leichter reißen kann.

Vorbeugen

Schwangerschaftsstreifen können Sie nicht zu 100 Prozent vorbeugen. Ob und wie stark die Dehnungsstreifen auftreten, hängt vor allem vom jeweiligen Bindegewebe ab. Aber auch andere Faktoren spielen eine Rolle, so zum Beispiel eine starke Gewichtszunahme während der Schwangerschaft. Frauen, die Mehrlinge oder ein besonders großes Baby erwarten, haben ebenfalls ein erhöhtes Risiko.

Das können Sie tun, um das Risiko für Schwangerschaftsstreifen oder deren Ausmaß zu mindern:

  • Bindegewebe entlasten: Kaufen Sie sich für die Zeit der Schwangerschaft stützende und gut sitzende BHs, um das Bindegewebe der Brust zu entlasten.
  • Gewicht: Ernähren Sie sich gesund und versuchen Sie, nicht zu viel zuzunehmen. Etwa 10 bis 15 kg Gewichtszunahme während der Schwangerschaft liegt im normalen Bereich.
  • körperliche Aktivität: Treiben Sie regelmäßig Sport, z. B. Gymnastik oder Schwimmen.
  • Massage: Massieren Sie Ihren Bauch täglich, am besten nach dem Duschen, wenn die Haut noch feucht ist, und cremen Sie sie mit Ölen oder Cremes ein. Etwa ab drei Wochen vor dem errechneten Geburtstermin sollten Sie nur noch sanft massieren. Wenn Sie zu vorzeitigen Wehen neigen, sollten Sie auf die Massage verzichten.
  • Wechselduschen: Morgendliche Wechselduschen kurbeln die Durchblutung der Haut an.

Behandlung

Schwangerschaftsstreifen bilden sich nicht wieder vollständig zurück und sie lassen sich im Rahmen einer Behandlung auch nicht entfernen. Jedoch nehmen sie eine unauffälligere Farbe an. Gemeinsam mit dem Hautarzt können Sie jedoch überlegen, welche Art der Behandlung für Sie infrage kommt, um die Schwangerschaftsstreifen zu vermindern. So gibt es beispielsweise die Möglichkeit, spezielle Gels anzuwenden oder aber auch die Schwangerschaftsstreifen mit dem Laser zu behandeln. Mithilfe des sogenannten Dermasandings kann die Hautoberfläche wie bei einem Peeling sanft abgeschliffen werden, sodass Unebenheiten reduziert werden.

Und auch Sie selbst können einiges tun, die Dehnungsstreifen zu reduzieren, so zum Beispiel durch:

  • Bindegewebsmassagen
  • regelmäßigen Sport
  • sorgfältige Pflege mit Creme oder Öl
  • Wechselduschen