Schwangerschafts­beschwerden: Morgenübelkeit

Veröffentlicht von: Sandra von dem Hagen (27. Mai 2015)

Die oft nicht ganz korrekt als Morgenübelkeit bezeichnete Schwangerschaftsübelkeit (Nausea) beginnt etwa zwei bis vier Wochen nach der Empfängnis und endet meistens um die 12. Schwangerschaftswoche, spätestens um die 16. Schwangerschaftswoche. Vier von fünf Schwangeren sind von Morgenübelkeit betroffen, viele müssen sich zusätzlich erbrechen (sog. Schwangerschaftserbrechen oder Emesis).

In der Regel ist die Morgenübelkeit harmlos und klingt zum Ende der 12., spätestens 16. Schwangerschaftswoche (SSW) selbstständig ab. In seltenen Fällen dauert das Erbrechen über die 16. SSW hinaus an oder nimmt gefährlichere Ausmaße an (Hyperemesis gravidarium) und muss ärztlich behandelt werden.

Ursachen

Gerade im ersten Drittel der Schwangerschaft (1. Trimester) muss sich der Körper der werdenden Mutter erst an die starken Schwankungen im Hormonspiegel gewöhnen – bis das geschehen ist, kann es zur typischen Morgenübelkeit kommen. Auch psychosoziale und psychosomatische Faktoren können eine Morgenübelkeit auslösen oder verstärken.

Die Morgenübelkeit tritt gewöhnlich immer zur gleichen Tageszeit auf; entgegen ihrer Bezeichnung müssen sich viele Frauen aber auch tagsüber oder in der Nacht übergeben.

Neben den Hormonschwankungen im 1. Trimester kommen als Ursachen für die Morgenübelkeit vermutlich folgende Faktoren infrage:

Behandlung

Die gewöhnliche Schwangerschaftsübelkeit ist Zeichen einer funktionierenden Schwangerschaft und muss nicht ärztlich behandelt werden. Schwangere mit Morgenübelkeit können jedoch mit einigen einfachen Methoden versuchen, die Beschwerden zu lindern:

  • Akupunktur
  • Aromatherapie (Achtung: Besprechen Sie dies vorher mit Frauenarzt oder Hebamme, da Aromaöle die Plazenta durchdringen und so auf das Kind übergehen können.)
  • Fußreflexzonenmassage, Akupressur
  • Kräutertees, z.B. Pfefferminze oder Ingwer
  • mehrere kleine, fettarme Mahlzeiten über den Tag verteilt essen, um Blutzuckerschwankungen zu vermeiden
  • Ruhe
  • trockenes Gebäck vor dem Aufstehen, um den Blutzuckerspiegel ins Gleichgewicht zu bringen (z.B. Zwieback, Knäckebrot oder Kekse)
  • viel trinken, um einer Austrocknung (Dehydratation) vorzubeugen
  • Yoga, Meditation

Ist die Morgenübelkeit zu belastend für die werdende Mutter oder kommt schweres Erbrechen hinzu, kann der Frauenarzt zu folgenden Mitteln greifen: