Jodbedarf in Schwangerschaft und Stillzeit: Jodbedarf decken

Veröffentlicht von: Sandra von dem Hagen (07. August 2016)

Damit Sie genügend Jod zu sich nehmen, ist vor allem eines wichtig: eine ausgewogene Ernährung. So gut wie alle Lebensmittel enthalten Jod, die meisten jedoch nur in geringen Mengen. Deshalb sollten Sie im Haushalt konsequent Jodsalz verwenden und bevorzugt Produkte kaufen, die mit Jodsalz hergestellt wurden.

Der Jodbedarf schwangerer Frauen liegt bei etwa 230 Mikrogramm (µg) pro Tag, stillende Frauen sollten 260 Mikrogramm Jod pro Tag zu sich nehmen. Das ist zwar nicht wesentlich mehr als der normale Jodbedarf eines Erwachsenen von etwa 200 µg pro Tag. Doch der Unterschied ist dennoch entscheidend: Ein Jodmangel kann sowohl bei der Mutter als auch bei dem Kind schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben.

Hinzu kommt, dass Deutschland zwar nach den Kriterien der Weltgesundheitsorganisation WHO nicht mehr zu den Jodmangelgebieten zählt. Die meisten Menschen nehmen aber dennoch weniger Jod zu sich als empfohlen. Schwangere und stillende Mütter sollten daher etwa ab der 10. bis 12. Schwangerschaftswoche zusätzlich 100 bis 150 µg Jod täglich zu sich zu nehmen.

Um den täglichen Jodbedarf auch in Schwangerschaft und Stillzeit zu decken, sollten Sie auf eine Ernährung achten, die viele Jodquellen bietet:

  • Essen Sie mindestens zweimal wöchentlich Meeresfrüchte oder Seefisch, davon mindestens einmal wöchentlich fettreichen Fisch (wie Hering, Makrele, Lachs, Sardine). Aber Vorsicht, nicht alle Fische sind zum Verzehr in der Schwangerschaft geeignet und auf rohen Fisch sollten Sie in der Schwangerschaft lieber verzichten!
  • Bauen Sie Milch und Milchprodukte in Ihren täglichen Speiseplan ein.
  • Verwenden Sie jodiertes Speisesalz.
  • Verwenden Sie Lebensmittel, die mit Jodsalz hergestellt wurden.
  • Nehmen Sie, wenn nötig, nach Absprache mit Ihrem Arzt zusätzlich Jodtabletten ein.


Aber Achtung: Frauen, die eine Schilddrüsenfehlfunktion (z.B. Schilddrüsenüberfunktion oder Schilddrüsenunterfunktion) haben und diese mit Tabletten behandeln, sollten auf keinen Fall nach eigenem Ermessen Jodtabletten oder Kombipräparate mit Jod einnehmen (z.B. wird häufig Folsäure für Schwangere in Kombination mit Jod angeboten). Sie sollten eine zusätzliche Jodzufuhr unbedingt vorher mit Ihrem Arzt besprechen!