Jodbedarf in Schwangerschaft und Stillzeit: Folgen von Jodmangel

Veröffentlicht von: Sandra von dem Hagen (07. August 2016)

Ein Jodmangel während der Schwangerschaft oder während der Stillzeit kann für das Kind schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben: Er kann körperliche und geistige Entwicklungsstörungen hervorrufen, außerdem erhöht ein Jodmangel in der Schwangerschaft das Risiko für eine Fehl-, Früh- oder Totgeburt.

Auch für die werdende Mutter ist ein Jodmangel nicht gesund: Sie kann, ebenso wie ihr Kind, eine Struma (Kropf) – also eine vergrößerte Schilddrüse – oder eine Schilddrüsenunterfunktion entwickeln. Folgeerkrankungen einer Schilddrüsenvergrößerung bei der Mutter können sein:

Beim Kind kann ein Jodmangel die körperliche Entwicklung beeinträchtigen und die Gehirnreifung behindern – das gilt sowohl für einen Jodmangel in der Schwangerschaft als auch in der Stillzeit. Im schlimmsten Fall kann sich dadurch ein sogenannter Kretinismus entwickeln. Diese Krankheit kommt in Deutschland jedoch mittlerweile so gut wie gar nicht mehr vor, da sie eindeutig diagnostiziert und medikamentös behandelt werden kann.

Das Wort Kretinismus leitet sich von dem französischen crétin ab, was so viel bedeutet wie Idiot. Der Grund: Ein voll ausgeprägter Kretinismus ist gekennzeichnet durch eine geistige Minderentwicklung. Dazu kommen Zwergwuchs, eine aufgestülpte Nase, eine dicke Zunge und kurze Finger.

In verschiedenen Entwicklungs- und Lebensphasen kann Jodmangel zu unterschiedlichen Erkrankungen führen:

  • Fötus:
    • Fehlgeburten
    • Fehlbildungen
    • Kretinismus (geistige Schäden, Kleinwuchs, Taubstummheit, Schielen)
  • Neugeborene:
    • erhöhte Sterblichkeit
    • angeborene Schilddrüsenunterfunktion
    • Taubheit im unteren Frequenzbereich
    • Entwicklungsverzögerung
  • Kinder und Jugendliche:
    • Struma (Kropf)
    • Schilddrüsenunterfunktion
    • verminderte geistige Leistungsfähigkeit
    • verzögerte körperliche Entwicklung
  • Erwachsene: