Risikoschwanger­schaft: Verlauf früherer Schwangerschaften

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (01. April 2015)

Gab es im Verlauf früherer Schwangerschaften Probleme, kann dies dazu führen, dass die aktuelle Schwangerschaft als Risikoschwangerschaft eingestuft wird. Zu solchen Problemen zählen zum Beispiel:

  • Gerinnungsstörungen
  • Plazenta praevia (die Plazenta liegt nahe oder über dem Muttermund)
  • Probleme mit der Nachgeburt (z.B. Nachgeburtsblutungen)
  • Rissverletzungen bei der Geburt (z.B. Dammriss)
  • Thrombose / Embolie
  • übermäßige Krämpfe während der Schwangerschaft
  • vorzeitige Plazentaablösung

Sind bei einer vorherigen Schwangerschaft bereits Chromosomenanomalien beim Kind (z.B. Down-Syndrom) aufgetreten, sollte vor einer erneuten Schwangerschaft eine sogenannte genetische Beratung erfolgen. Während der Schwangerschaft empfiehlt es sich, im Rahmen der Pränataldiagnostik eine Chorionzottenbiopsie oder Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese) durchzuführen, um etwaige Chromosomenstörungen frühzeitig feststellen zu können.

Ein erhöhtes Risiko in der Schwangerschaft besteht auch, wenn die werdende Mutter bereits mehrere Fehlgeburten hatte. Auch vorherige Frühgeburten können ein Grund für die Einstufung als Risikoschwangerschaft sein. Da in etwa der Hälfte der Fälle Infektionen für eine Frühgeburt verantwortlich sind, führt man in solchen Fällen frühzeitig eine Infektionsprophylaxe durch.

Wog ein Kind einer früheren Schwangerschaft bei der Geburt mehr als 4.000 Gramm, kann dies ein Hinweis auf einen Schwangerschaftsdiabetes (auch in der aktuellen Schwangerschaft) sein.

Trat bereits früher eine Rhesusunverträglichkeit zwischen Mutter und Kind auf, wird regelmäßig die Konzentration der entsprechenden Antikörper bestimmt.

Auch wenn bereits ein Kind per Kaiserschnitt entbunden wurde, kann die aktuelle Schwangerschaft als Risikoschwangerschaft eingestuft werden.

Nicht zuletzt werden Frauen, die bereits mehr als vier Kinder haben, als Risikoschwangere eingestuft, da sie ein erhöhtes Risiko für genetische Defekte, eine Plazentainsuffizienz und Komplikationen während der Geburt haben.