Pränataldiagnostik: Präimplantationsdiagnostik (PID)

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (20. April 2015)

Unter Präimplantationsdiagnostik (PID) versteht man genetische Untersuchungen an wenige Tage alten Embryonen, die durch künstliche Befruchtung gezeugt wurden. Die PID erfolgt, bevor der Embryo in die Gebärmutter übertragen wird. Die Präimplantationsdiagnositk richtet sich an Paare, die Erbanlagen für schwere Krankheiten tragen und somit ein erhöhtes Risiko besitzen, dass ihre Nachkommen eine Erbkrankheit bekommen. Ziel der PID: Sie soll Paaren mit erhöhtem Risiko zu einem gesunden Kind verhelfen.

Ärzte können mithilfe der Präimplantationsdiagnostik Embryonen beispielsweise auf Fehler an den Chromosomen untersuchen, die auf ein Risiko für eine Fehl- oder Totgeburt hinweisen. Die PID ist ein umstrittenes, viel diskutiertes Verfahren. Im Sommer des Jahres 2011 hatte sich die Mehrheit der Abgeordneten in einer Abstimmung im Deutschen Bundestag dafür ausgesprochen, die PID in Deutschland eingeschränkt zuzulassen. Das Gesetz verbietet die Präimplantationsdiagnostik grundsätzlich, erklärt die PID aber in engen Grenzen für ausnahmsweise zulässig, wenn:

  • eine hohe Wahrscheinlichkeit für eine schwerwiegende Erbkrankheit besteht oder wenn
  • mittels PID eine schwerwiegende Schädigung des Embryos entdeckt werden soll, die sehr wahrscheinlich zu einer Tot- oder Fehlgeburt führen wird.

Unter strengen Bedingungen dürfen betroffene Eltern die Präimplantationsdiagnostik laut Gesetz nutzen, um eine Schwangerschaft mit einem gesunden Kind anzustreben. Auch in anderen Ländern ist sie unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt (z.B. Großbritannien) oder gesetzlich nicht eindeutig geregelt (etwa Luxemburg).