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Pränataldiagnostik: Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese)

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (20. April 2015)

Bei der Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese) entnimmt der Frauenarzt Fruchtwasser aus dem Fruchtwassersack (Amnion), der das Baby umgibt. Das Fruchtwasser enthält Zellen des Fötus, die der Arzt auf Veränderungen im Erbgut untersuchen kann. Die Amniozentese wird zwischen der 15. und 18. Schwangerschaftswoche durchgeführt.

Eine Fruchtwasseruntersuchung ist aussagekräftig, birgt aber auch Risiken und kann in seltenen Fällen eine Fehlgeburt auslösen. Daher eignet sie sich nicht als allgemeine Vorsorgeuntersuchung, sondern nur als spezielle Untersuchung im Rahmen der Pränataldiagnostik bei Schwangeren ...

  • ab 35 Jahren.
  • die bereits Kinder mit Chromosomenstörungen haben.
  • bei denen eine familiäre Veranlagung für vorgeburtlich nachweisbare Erkrankungen besteht.
  • bei denen ein Familienmitglied einen Neuralrohrdefekt hat, zum Beispiel einen sogenannten offenen Rücken (Spina bifida).
  • bei denen die routinemäßige Ultraschalluntersuchung auffällig war.

Der Frauenarzt führt die Fruchtwasseruntersuchung ohne Betäubung durch. Er sticht unter Ultraschallkontrolle eine dünne Punktionsnadel vorsichtig durch die Bauchdecke bis in die Fruchtblase und entnimmt dort etwa 15 bis 20 Milliliter Fruchtwasser. Die meisten Frauen empfinden die Amniozentese als unangenehm, aber nicht als schmerzhaft. Die Fruchtwasseruntersuchung kann in seltenen Fällen Wehen und leichte Blutungen auslösen. In 99 von 100 Fällen verläuft die Amniozentese ohne Komplikationen. Zu einer Fehlgeburt aufgrund der Fruchtwasseruntersuchung kommt es bei nur ein bis zwei von 200 untersuchten Frauen. In seltenen Fällen kommt es zum vorzeitigen Blasensprung – meist verschließt sich die Fruchtblase aber anschließend spontan von selbst wieder.

Die endgültigen Ergebnisse der Amniozentese liegen in der Regel nach zwei bis drei Wochen vor, da die gewonnenen Zellen im Labor zuerst vermehrt werden müssen. Ein Schnelltest gibt aber schon ein bis zwei Tage nach der Amniozentese Aufschluss über eventuelle Schädigungen. Gleichzeitig nutzt man das Fruchtwasser, um bestimmte Marker wie das AFP (Alpha-Fetoprotein) zu bestimmen. AFP ist speziell bei sogenannten Neuralrohrdefekten, zum Beispiel dem offenen Rücken (Spina bifida), erhöht.

Video Amniozentese: Fruchtwasser unter der Lupe

Eine Fruchtwasseruntersuchung eignet sich dazu, folgende Erkrankungen zu erkennen:

  • Chromosomenveränderungen wie das Down-Syndrom (Trisomie 21)
  • eine Reihe von Neuralrohrdefekten, zum Beispiel einen offenen Rücken (Spina bifida)
  • erbliche Stoffwechselerkrankungen

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