Pränataldiagnostik: Chorionzottenbiopsie

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (20. April 2015)

Bei der Chorionzottenbiopsie entnimmt der Arzt Gewebe der Plazenta (Mutterkuchen), um deren Zellen genauer untersuchen zu lassen. Die Chorionzotten (Zellen der Plazenta) haben sich, wie der Fötus, aus einem Teil der befruchteten Eizelle entwickelt. Daher erhält man über die Chorionzotten auch Informationen über den Fötus – er wird sozusagen indirekt untersucht. Die Chorionzottenbiopsie kann zwischen der 10. und 12. Schwangerschaftswoche durchgeführt werden.

Die Chorionzottenbiopsie eignet sich für Schwangere ...

  • ab 35 Jahren,
  • die bereits Kinder mit Chromosomenstörungen haben,
  • bei denen eine familiäre Veranlagung für vorgeburtlich nachweisbare Erkrankungen besteht,
  • bei denen die routinemäßige Ultraschalluntersuchung auffällig war.

Video. Chorionzottenbiopsie – was passiert dabei?

Nach der Gewebeentnahme werden die Zellen im Labor entsprechend aufbereitet und analysiert. Mit einer Chorionzottenbiopsie kann der Arzt folgende Auffälligkeiten nachweisen:

Das Risiko einer Fehlgeburt liegt bei der Chorionzottenbiopsie zwischen 0,5 und 2 Prozent: In mehr als 98 von 100 Fällen verläuft die Untersuchung reibungslos, etwa 1 bis 2 von 100 Frauen verlieren ihr Kind aber aufgrund der Untersuchung.

Um die für die spätere Untersuchung erforderlichen Zellen aus der Plazenta zu gewinnen, gibt es zwei Methoden der Chorionzottenbiopsie:

  • transabdominale Chorionzottenbiopsie
  • transzervikale Chorionzottenbiopsie

Transabdominale Chorionzottenbiopsie

Bei der transabdominalen Chorionzottenbiopsie sticht der Arzt eine dünne Punktionsnadel durch die Bauchdecke der Schwangeren und schiebt diese bis in die Plazenta vor. Dort entnimmt er eine Gewebeprobe, die im Labor analysiert wird. Die transabdominale Chorionzottenbiopsie erfolgt unter ständiger Ultraschallkontrolle und wird in der Pränataldiagnostik häufig eingesetzt.

Transzervikale Chorionzottenbiopsie

Im Unterschied zur transabdominalen Methode sticht der Gynäkologe bei der transzervikalen Chorionzottenbiopsie keine Nadel durch den Bauch, sondern schiebt einen dünnen Katheter durch die Vagina, den Gebärmuttermund und den Gebärmutterhals (Zervix) in die Plazenta, um dort Gewebe zu entnehmen. Ärzte wenden diese Methode seltener an als die transabdominale Chorionzottenbiopsie, da bisher unklar ist, ob das Risiko einer Fehlgeburt bei der transzervikalen Chorionzottenbiopsie höher ist als bei der transabdominalen Chorionzottenbiopsie.