Plazentainsuffizienz: Chronische Plazentainsuffizienz

Veröffentlicht von: Sandra von dem Hagen (21. Mai 2014)

Die chronische Plazentainsuffizienz ist nicht lebensgefährlich für das Baby. Sie entwickelt sich über einen Zeitraum von mehreren Tagen bis Monaten und hat häufig eine Mangelentwicklung des Fötus zur Folge.

Es gibt unterschiedliche Ursachen für eine chronische Plazentainsuffizienz – oft ist jedoch unklar, wie sie genau entstanden ist, oder es spielen mehrere Faktoren eine Rolle.

Ursachen für eine chronische Plazentainsuffizienz können sein:

Wie äußert sich die chronische Plazentainsuffizienz?

Die chronische Plazentainsuffizienz verursacht keine äußerlich sichtbaren Symptome. Im Rahmen der regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen kann der Arzt im Ultraschall aber sehen, ob der Fötus sich entsprechend entwickelt, gut wächst und ausreichend versorgt wird.

Stellt der Frauenarzt fest, dass sich der Fötus mangelhaft entwickelt oder ungenügend versorgt wird, ist das ein Hinweis auf eine chronische Plazentainsuffizienz.

Was kann passieren?

Eine chronische Plazentainsuffizienz wird engmaschig ambulant überwacht und stellt zunächst keine unmittelbare Gefahr für das Kind dar.

Wird der Fötus aber über längere Zeit unterversorgt, kann er sich nicht gesund entwickeln. Werden die Ursachen der chronischen Plazentainsuffizienz nicht beseitigt oder der Fötus nicht ausreichend überwacht, können im weiteren Verlauf einer chronischen Plazentainsuffizienz folgende Komplikationen auftreten:

  • Wachstumsstillstand
  • ungenügendes Sauerstoffversorgung des Kindes (Hypoxämie)

Was kann man tun?

In manchen Fällen lässt sich die chronische Plazentainsuffizienz beheben oder ihr Ausmaß verbessern. Dies hängt von der Ursache ab. So können bestehende Erkrankungen behandelt werden, oder die Schwangere ändert ihr Verhalten in der Schwangerschaft entsprechend (z.B. indem sie auf Zigaretten verzichtet).

Verzichten Sie in der Schwangerschaft auf Alkohol, Zigaretten und Drogenkonsum! Achten Sie auf eine gesunde Ernährung und nehmen Sie die regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen wahr.

Solange das Baby zwar kleiner als altersgemäß ist, sich aber stetig weiterentwickelt, besteht kein weiterer Handlungsbedarf, als die Ursachen der chronischen Plazentainsuffizienz möglichst zu beheben.

Stellt der Frauenarzt im Verlauf der Schwangerschaft aber fest, dass der Fötus sich gar nicht mehr weiterentwickelt, wird er empfehlen, die Geburt einzuleiten. Ab der 24. Schwangerschaftswoche bestehen dank der modernen Medizin bereits gute Chancen, dass das Baby überlebensfähig ist. Muss die Geburt vor der 34. Schwangerschaftswoche eingeleitet werden, wird der Frauenarzt vor der Entbindung das Glukokortikoid Betamethason verabreichen, um die Lungenreife des Babys zu beschleunigen. Ab der 35. Schwangerschaftswoche ist das nicht mehr nötig, da die Lunge des Babys dann ausgereift ist.

Solange keine akute Gefahr für das Baby besteht, ist eine normale Geburt möglich. Bei akuter Gefährdung (z.B. bei Hypoxämie) wird ein Kaiserschnitt vorgenommen.