Plazentainsuffizienz: Akute Plazentainsuffizienz

Veröffentlicht von: Sandra von dem Hagen (21. Mai 2014)

Die akute Plazentainsuffizienz stellt meist einen für das Baby lebensbedrohlichen Notfall dar. Sie entwickelt sich binnen weniger Minuten bis Stunden. Zu einer akuten Plazentainsuffizienz kommt es, wenn die Sauerstoffversorgung des Fötus abrupt unterbrochen und nicht wieder hergestellt wird. Ursachen hierfür können sein:

  • Vena-cava-Syndrom
  • Eklampsie
  • Nabelschnurprobleme (Knoten, Durchblutungsstörung, ...)
  • vorzeitige Plazentaablösung
  • Blutungen aufgrund einer Placenta praevia
  • Wehensturm (beispielsweise durch Einnahme eines Rizinus-Cocktails in Eigenregie, um die Geburt einzuleiten)

Wie äußert sich die akute Plazentainsuffizienz?

Eine akute Plazentainsuffizienz kann unterschiedliche Symptome verursachen, die sich mittels CTG oder Ultraschall feststellen lassen. Die einzelnen Symptome können, müssen aber nicht zwingend auf eine Plazentainsuffizienz hinweisen.

Ohne CTG und Ultraschall ist es schwer, eine akute Plazentainsuffizienz zu bemerken. Direkte Anzeichen, die von außen feststellbar sind, gibt es bei der akuten Plazentainsuffizienz nicht.

Beachten Sie daher:

  • Wenn Sie Blutungen haben,
  • sich Sorgen machen, weil Ihr Baby sich Ihrer Meinung nach zu selten oder weniger kräftig bewegt oder
  • Sie sich aus anderen Gründen Sorgen um die Schwangerschaft machen,

zögern Sie nicht, Ihren Frauenarzt anzurufen oder aufzusuchen.

Was kann passieren?

Infolge der akuten Plazentainsuffizienz erhält der Fötus zu wenig Sauerstoff. Mögliche Folge: eine sogenannte Hypoxämie. Dabei enthält das Blut des Fötus zu wenig Sauerstoff – ein lebensbedrohlicher Zustand.

Was kann man tun?

Im Rahmen der regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen oder bei Verdacht auf eine akute Plazentainsuffizienz wird der Frauenarzt mithilfe von CTG und Dopplersonographie überprüfen, ob der Fötus ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird.

Auffälligkeiten im CTG (vorzeitige Wehen, auffällige Herztöne), ungenügend durchblutete Plazenta- und Nabelschnurgefäße oder zu wenig Fruchtwasser können auf eine akute Plazentainsuffizienz hinweisen.

Bei Verdacht auf eine akute Plazentainsuffizienz wird, wenn möglich, die Ursache beseitigt – beispielsweise durch Lagewechsel, wenn das Vena-cava-Syndrom Auslöser war. Lässt sich die Ursache nicht beheben, wird die Schwangere stationär im Krankenhaus aufgenommen. Hier werden Schwangere und Baby per CTG und Dopplersonographie überwacht.

Sobald die akute Plazentainsuffizienz eine direkte Gefährdung des Kindes darstellt, muss es zur Welt gebracht werden, in diesem Fall gewöhnlich per Kaiserschnitt. Ab der 24. Schwangerschaftswoche (SSW) haben Frühchen dank der modernen Medizin bereits Überlebenschancen. Um das Baby optimal zu unterstützen, wird der Frauenarzt im Vorfeld das Glukokortikoid Betamethason verabreichen, um die Lungenreife des Babys zu fördern. Ab der 35. SSW ist das nicht mehr nötig, da die Lunge bis dahin ausgereift ist.